Sotschi: Angela Merkel und Wladimir Putin treffen sich erstmals seit 2015

Sotschi als Treffpunkt : Erstes Treffen von Merkel und Putin in Russland seit 2015

Erstmals seit zwei Jahren reist Bundeskanzlerin Angela Merkel wieder zu einem Gespräch mit Staatspräsident Wladimir Putin nach Russland. Am Dienstag sollen Putin und Merkel in Sotschi aufeinander treffen.

Dabei geht es um die Vorbereitung des Gipfels der 19 Staats- und Regierungschefs der Industrie- und Schwellenländer sowie der EU als Institution im Juli in Hamburg. Zudem sollen der Syrien-Krieg und der Ukraine-Konflikt auf der Agenda stehen, wie Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag mitteilte. Treffpunkt ist aber nicht die russische Hauptstadt Moskau, sondern auf Putins Wunsch Sotschi am Schwarzen Meer, wo 2014 die Olympischen Spiele ausgerichtet wurden.

Die deutsch-russischen Beziehungen sind seit der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim gestört. Seibert sagte: "Natürlich gibt es zwei Themen, die das Verhältnis belasten." Das seien die völkerrechtswidrige Annexion und die Destabilisierung der Ostukraine durch prorussische Separatisten. "Das sind belastende Umstände, die man nicht wegdiskutieren kann", sagte Seibert.

Es sei möglich, dass der "Zustand der bilateralen Beziehungen" sowie die zivilgesellschaftliche Entwicklung in Russland am Dienstag eine Rolle spielen. Es sei immer die Absicht der Bundesregierung, Russland, so weit das möglich ist, in konstruktive Lösungen einzubinden.

Zuletzt war Merkel im Mai 2015 beim Weltkriegsgedenken 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs in Russland. Seither hat sie Putin mehrfach auf internationalen Gipfeln in anderen Ländern getroffen und oft mit ihm telefoniert.

(kess/dpa)
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