Slowenien verlangt Änderungen der neuen EU-Grenzkontrollen

Slowenien verlangt Änderungen der neuen EU-Grenzkontrollen

Slowenien verlangt Änderungen der neuen EU-Grenzkontrollen. Die verschärften Regeln hatten an den Übergängen zu Kroatien zu chaotischen Zuständen geführt.

Sloweniens Regierungschef Miro Cerar habe an den EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker geschrieben, berichtete die slowenische Nachrichtenagentur STA am Mittwoch in Ljubljana. Ziel sei ein Treffen der beiden Politiker mit dem kroatischen Regierungschef Andrej Plenkovic am Rande des EU-Gipfels an diesem Samstag in Brüssel, heiße es in dem Schreiben. Dabei soll Juncker geänderte Regelungen für die umstrittenen Grenzkontrollen vorlegen.

Die stundenlangen Wartezeiten an den Grenzen zwischen dem jüngsten EU-Mitglied Kroatien und Slowenien, dass zum EU-Schengenraum weitgehend ohne Kontrollen gehört, hatten für schwere Verstimmung zwischen den Nachbarn gesorgt. Slowenien hatte argumentiert, es sei an die neuen Vorgaben aus Brüssel gebunden, weil es sonst aus dem Schengengebiet fliegen werde. Kroatiens Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic hatte sich in Brüssel darüber beschwert: Ihre Landsleute hätten deutlich kürzer an den Grenzen warten müssen, als sie noch nicht EU-Bürger waren.

Kroatien fürchtet um seinen Tourismus. Millionen Urlauber aus Süddeutschland, Österreich und Tschechien kommen im Sommer vor allem mit dem Auto an die Adriaküste. Die neuen Grenzregelungen sehen die Abgleichung ausnahmslos aller Reisedokumente mit verschiedenen europäischen und nationalen Datenbanken vor. Bisher waren bei EU-Bürgern nur Stichproben vorgenommen worden. Die EU will mit den Neuerungen das Einsickern möglicher Terroristen verhindern.

(rent/dpa)
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