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Slowakei: Wahlsieger strebt Vier-Parteien-Koalition an

Verluste für Sozialdemokraten : Slowakischer Wahlsieger strebt Vier-Parteien-Koalition an

Nach der Parlamentswahl in der Slowakei strebt der Wahlsieger Igor Matovic eine Vier-Parteien-Koalition an, um eine verfassungsändernde Mehrheit zu erhalten. Das Land brauche einen „Paradigmenwechsel“.

Die bisher oppositionelle Protestpartei OLaNO („Gewöhnliche Menschen und unabhängige Persönlichkeiten“) von Igor Matovic war am Samstag auf 25 Prozent der Stimmen gekommen. Die von 2006 bis 2010 und seit 2012 regierenden Sozialdemokraten (Smer) waren auf 18,3 Prozent gefallen.

Die liberale Präsidentin Zuzana Caputova lud den Wahlsieger Matovic zu einem ersten Gespräch über eine mögliche Regierungsbildung ein. Es habe sich gezeigt, dass die Sehnsucht der Bürger danach, Gerechtigkeit herzustellen und die Korruption zu bekämpfen, groß gewesen sei, sagte die 46 Jahre alte studierte Juristin in einer Fernsehansprache.

Matovic erhob bereits Anspruch auf das Innenministerium, weil seine Partei eine „Anti-Korruptions-Bewegung“ sei, und dies in den Aufgabenbereich des Ministeriums falle. Das Land brauche zudem einen „Paradigmenwechsel“, erklärte der 46 Jahre alte Unternehmer nach Angaben der Agentur TASR am Montag. Er traf sich zu ersten Sondierungen mit dem Vorsitzenden der liberalen Partei Sloboda a solidarita (Freiheit und Solidarität), Richard Sulik, sowie mit Boris Kollar, dem Gründer der rechtspopulistischen Sme rodina (Wir sind Familie). Zusammen mit der Partei Za ludi (Für die Menschen) des Ex-Präsidenten Andrej Kiska käme ein solches Viererbündnis auf 95 der 150 Parlamentssitze.

(ala/dpa)