Silvio Berlusconi beendet Sozialdienst in Pflegeheim

Italiens Ex-Regierungschef : Berlusconi beendet Sozialdienst in Pflegeheim

Der wegen Steuerbetrugs verurteilte frühere italienische Regierungschef Silvio Berlusconi hat seine Buße abgeleistet: Am Freitag endete sein einjähriger gemeinnütziger Dienst in einem Pflegeheim für Alzheimer-Kranke in der Nähe von Mailand.

Gut gelaunt und winkend trat der 78-Jährige seinen letzten Arbeitstag an. Ein Gericht in Rom hatte ihm am Montag die noch verbleibenden 45 Tage des Dienstes wegen guter Führung erlassen. "Die Zeit mit den Kranken, mit den freiwilligen Helfern, mit den Pflege- und Sozialarbeitern war eine bewegende Erfahrung", erklärte Berlusconi. In seiner freien Zeit wolle er die "Erfahrung ausbauen". Berichten zufolge soll der frühere Kreuzfahrtschiff-Schlagersänger für die Bewohner und Betreuer in dem Seniorenheim auch gesungen haben. Ein Berlusconi-Fan hielt am Freitag vor dem Heim ein Schild mit der Aufschrift hoch: "Silvio, für immer Dein bis zu meinem letzten Atemzug."

Der Sozialdienst war Berlusconi nach der Verurteilung wegen Steuerbetrugs im August 2013 auferlegt worden war. Seit Mai vergangenen Jahres hatte Berlusconi regelmäßig in einem Pflegeheim für Alzheimer-Kranke in der Nähe bei Mailand ausgeholfen. Ab Montag ist er nun davon befreit. Ab dann darf er sich auch wieder frei bewegen, formal steht Berlusconi derzeit noch unter Hausarrest. Es bleibt dem Vorsitzenden der rechtskonservativen Partei Forza Italia aber vorerst weiterhin untersagt, öffentliche Ämter zu bekleiden.

Zugleich droht dem Ex-Regierungschef aber neues Ungemach: Ab Dienstag befasst sich das Kassationsgericht mit dem Freispruch im sogenannten Rubygate-Prozess. Sollte es den Fall an eine Berufungsinstanz zurückverweisen, droht Berlusconi ein erneuter Schuldspruch. Ein Mailänder Gericht hatte den Politiker im vergangenen Juli freigesprochen. Zwar habe er Sex mit der damals 17-jährigen Karima al-Mahrough alias Ruby Rubacuore (Ruby Herzensbrecherin) gehabt, jedoch nicht gewusst, dass sie zum fraglichen Zeitpunkt minderjährig gewesen sei, hieß es seinerzeit zur Begründung.

(AFP)
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