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OSZE besorgt: Separatisten in Ostukraine kritisieren Einsatz von Brandbomben

OSZE besorgt : Separatisten in Ostukraine kritisieren Einsatz von Brandbomben

Bei neuen Kämpfen in der Ostukraine haben die prorussischen Separatisten den Regierungstruppen die gezielte Zerstörung von Wohnvierteln mit Brandbomben vorgeworfen. Auch die OSZE warnt vor einem neuen Gewaltausbruch.

Zwei Aufständische seien getötet, ein weiterer verletzt worden. Mehrere Menschen seien verletzt worden, sagte in Donezk der Vizekommandeur der Aufständischen, Eduard Bassurin, am Sonntag.

Nach Angaben der Staatsagentur Ria Nowosti reagierte Bassurin auf Äußerungen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die sich besorgt über die Zunahme der Gewalt geäußert hatte. Die Kämpfe an der Front hätten sich intensiviert, sagte Bassurin.

Bei der von der OSZE beobachteten Bewegung einer großen Kolonne handele es sich um eine notwendige Rotation in den Reihen der Aufständischen, sagte Bassurin. Ein Teil der Kämpfer müsse angesichts des Artilleriebeschusses durch ukrainischen Truppen neue Stellungen beziehen. Auch die Aufständischen in der nicht anerkannten "Volksrepublik" Lugansk berichteten von einer Zunahme der Gewalt.

Die proeuropäische Führung in Kiew hatte im April ihre "Anti-Terror-Operation" begonnen. Dabei starben bisher nach UN-Angaben mehr als 4000 Menschen. Das Blutvergießen dauert trotz einer seit zwei Monaten gültigen Waffenruhe an.

OSZE warnt vor Gewaltausbruch

Angesichts von Berichten über Artilleriefeuer und Konvois mit schweren Waffen in Gebiet von Donezk hat die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) vor einem erneuten Gewaltausbruch in der Ostukraine gewarnt. Zugleich forderte der OSZE-Vorsitzende, der Schweizer Bundespräsident Didier Burkhalter, alle Beteiligten zu verantwortlichem Handeln und zur Einhaltung der Waffenruhe auf.

"Es ist von entscheidender Bedeutung, dass alle Seiten die Minsker Vereinbarungen strikt einhalten und alles unterlassen, was zu einer neuen Eskalation führen könnte", erklärte Burkhalter laut einer in der Nacht zum Sonntag veröffentlichten OSZE-Mitteilung. Zuvor hatten OSZE-Beobachter von Artilleriebeschuss in Donezk sowie Konvois mit schweren Waffen in Gebieten berichtet, die von prorussischen Separatisten kontrolliert werden.

Außerdem forderte Burkhalter den ungehinderten Zugang der OSZE-Beobachter ins Konfliktgebiet - auch mit Hilfe von Drohnen. In den vergangenen Tagen waren Drohnen laut OSZE über dem Rebellengebiet mit Störsignalen angegriffen worden.

(dpa)