Seoul prüft Verbindungen nach Nordkorea

Messerattacke auf US-Botschafter : Seoul prüft Verbindungen des Attentäters zu Nordkorea

Nach der Messerattacke auf den US-Botschafter in Seoul prüft die Polizei mögliche Verbindungen des Attentäters zu Nordkorea. Das Land hatte den Angriff als "gerechte Bestrafung" gelobt. Die Botschaft veröffentlichte neue Informationen zum Gesundheitszustand ihres Chefs.

Der Südkoreaner, der den US-Botschafter mit einem Messer angegriffen hatte, will keine Komplizen gehabt haben. Er habe allein gehandelt und keine Mordabsichten gehabt, ließ Kim Ki Jong am Freitag durch seinen Anwalt erklären.

Kim hatte den Botschafter Mark Lippert am Donnerstag bei einer Vortragsveranstaltung in Seoul mit einem Küchenmesser verletzt.Lippert erlitt Stichwunden an einem Arm und im Gesicht, die genäht werden mussten. Die Polizei geht davon aus, dass Kim den Tod des Botschafters in Kauf genommen hat, und beantragte Haftbefehl.

Außerdem werde überprüft, ob der 55-Jährige gegen das Staatssicherheitsgesetz verstoßen habe, teilten die Ermittler mit. Das Gesetz stellt ungenehmigte Kontakte zu Nordkorea sowie sogar lobende Erwähnungen des kommunistischen Regimes unter Strafe. Kim hatte seine Tat mit den koranisch-amerikanischen Manövern begründet, die die Bemühungen zur Wiedervereinigung Koreas behinderten.

Kim war am Tatort überwältigt und festgenommen worden. Bereist 2010 war er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden, weil er den japanischen Botschafter in Südkorea mit Steinen beworfen hatte. Zwischen 1999 und 2007 soll er mindestens siebenmal legal Nordkorea besucht haben. Die nationale Nachrichtenagentur Yonhap berichtete allerdings, er habe versucht, einen Gedenkaltar für den verstorbenen nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Il zu errichten.

Keine der Wunden Lipperts waren nach Angaben von Ärzten lebensbedrohlich. Es gehe ihm gut und er sei "frohen Mutes", twitterte der 42-jährige Botschafter noch am Donnerstag.

(AFP)
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