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Zünglein an der Waage: Senatoren können Berlusconi gefährlich werden

Zünglein an der Waage : Senatoren können Berlusconi gefährlich werden

Rom (rpo). Im politischen Machtpoker in Italien können sieben Senatoren ein Zünglein an der Waage sein. Sie haben Stimmrecht und könnten in kniffligen Situationen den Ausschlag zugunsten des früheren EU-Kommissionspräsidenten und Wirtschaftsmanagers Prodi geben.

Denn laut dem vorläufigen Endergebnis verfügt das bei der Parlamentswahl siegreiche Mitte-links-Bündnis unter seinem Spitzenkandidaten Romano Prodi im Senat mit 158 Sitzen über gerade einmal zwei Mandate mehr als die rechtsgerichtete Koalition des noch amtierenden Regierungschefs Silvio Berlusconi. Dazu kommen die sieben Senatoren auf Lebenszeit, von denen mindestens fünf dem Prodi-Bündnis zuneigen.

Zu den Prodi-Sympathisanten gehören der 87-jährige frühere Staatspräsident Oscar Luigi Scalfaro, der 86-jährige ehemalige Regierungschef Emilio Colombo und die Medizin-Nobelpreisträgerin Rita Levi Montalcini, die noch diesen Monat 97 Jahre alt wird. Ebenfalls als Prodi nahestehend gelten der 80-jährige frühere Spitzenpolitiker der Kommunistischen Partei und Innenminister, Giorgio Napolitano, sowie der 79-jährige Unternehmer und Autodesigner Sergio Pininfarina.

Das Urgestein der italienischen Politik, der mittlerweile 87-jährige siebenfache Ministerpräsident Giulio Andreotti, ist schwer einzuordnen, könnte sich im Zweifelsfall aber auch eher für Prodi als für Berlusconi entscheiden. Als Berlusconi-nah gilt dagegen der 77-jährige frühere Staatschef Francesco Cossiga.

In italien läuft seit Mittwoch die nochmalige Auszählung von gut 80.000 umstrittenen Stimmzetteln. Nach dem vorläufigen Wahlergebnis des Innenministeriums hat Berlusconis rechtsgerichtete Koalition Haus der Freiheiten die Wahlen in beiden Parlamentskammern knapp verloren.

(afp2)