Schwere Kämpfe in Libyen: Explosionen und Artilleriefeuer in Tripolis

Schwere Kämpfe in Libyen: Explosionen und Artilleriefeuer in Tripolis

In der libyschen Hauptstadt Tripolis wird erstmals seit März wieder gekämpft. Seit dem frühen Freitagmorgen sind in der Stadt Explosionen und schweres Artilleriefeuer zu hören.

Mutmaßlich handelt es sich um den Versuch bewaffneter Gruppen mit Verbindungen zur selbsternannten "Regierung der Nationalen Erlösung", Geländegewinne zu erzielen. Diese war von der international anerkannten Einheitsregierung (GNA) weitgehend vertrieben worden. Aus dem Umfeld der GNA-Gegner waren zuletzt aber Versuche angekündigt worden, Tripolis wieder unter die eigene Kontrolle zu bringen.

Es gibt in Libyen mit der Libyschen Nationalarmee (LNA) noch eine dritte Gruppe, die die Regierung für sich beansprucht. Sie wird vom Rebellenkommandeur Chalifa Haftar angeführt und kontrolliert den Osten des Landes. Auch Haftar will sich nicht unter das Kommando der Einheitsregierung stellen. Das Land versinkt seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi im Jahr 2011 im Chaos. Das Vakuum nutzen viele Schlepper, um Migranten Richtung Europa zu bringen.
Dabei sind bereits Tausende Menschen ertrunken.

(felt/REU)