Schwangere Frau und Ehemann von Rettungsschiff „Ocean Viking“ im Mittelmeer geholt

Rettungsschiff im Mittelmeer : Schwangere Frau und Ehemann von „Ocean Viking“ geholt

Eine im neunten Monat schwangere Frau und ihr Mann haben das Rettungsschiff „Ocean Viking“ im Mittelmeer verlassen dürfen. Sie seien von Bord geholt und nach Malta gebracht worden.

Das teilte die Hilfsorganisation SOS Mediterranée am Mittwochabend mit. Bei der Frau habe es schwere medizinische Komplikationen gegeben. „Wir haben erneut einen sicheren Ort für die unverzügliche Ausschiffung der verbleibenden 82 Überlebenden angefordert“, schrieb die Organisation.

Die „Ocean Viking“, die von Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée betrieben wird, hatte am Sonntag zunächst 50 Menschen gerettet. Danach übernahm sie weitere 34 Bootsflüchtlinge, die Organisation RESQSHIP zuvor aus Seenot gerettet hatte.

Die privaten Seenotretter hoffen nach dem Regierungswechsel in Rom auf eine weniger harte Haltung Italiens ggenüber den NGOs. Der frühere Innenminister Matteo Salvini von der rechten Lega hatte dafür gesorgt, dass kaum noch Schiffe italienische Häfen ansteuern konnten. Der Chef der sozialdemokratischen PD, Nicolà Zingaretti, sagte am Dienstagabend zur „Ocean Viking“, man müsse das Schiff „ohne Wenn und Aber“ einlaufen lassen.

Die harte Haltung Italiens gegenüber privaten Seenotrettern im Mittelmeer hatte allerdings schon vor Salvini unter der früheren PD-Regierung begonnen. In Italien sind im laufenden Jahr nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bisher 5790 Flüchtlinge angekommen. Im Gesamtjahr 2016 waren es noch 181 436.

(lukra/dpa)
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