Drohende Hungersnot: Saudi-Arabien sagt weitere Lockerung der Jemen-Blockade zu

Drohende Hungersnot: Saudi-Arabien sagt weitere Lockerung der Jemen-Blockade zu

Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition im Jemen hat eine weitere Lockerung der Blockade des Bürgerkriegslands zusagt. Der Hafen Hodeida am Roten Meer und der Flughafen der Hauptstadt Sanaa sollen am Donnerstagmittag wieder für Hilfslieferungen geöffnet werden.

Das erklärte die Militärkoalition am Mittwoch in Riad. Schiffe mit "dringend humanitären Hilfslieferungen" dürfen den Hafen Hodeida dann wieder anlaufen, in Sanaa dürfen UN-Flugzeuge landen.

Vor etwa zwei Wochen hatte die Militärkoalition alle jemenitischen Seehäfen, Flughäfen und Landübergänge für Hilfsorganisationen geschlossen. Zuvor hatte Riad Teheran beschuldigt, hinter einem Angriff jemenitischer Huthi-Rebellen zu stehen, bei dem nahe der saudiarabischen Hauptstadt Riad eine Rakete abgefangen worden war.

Nach scharfen Warnungen der UNO hatte das Militärbündnis dann zunächst den Hafen in Aden und einen Grenzübergang wieder geöffnet. Hilfsorganisationen forderten jedoch eine vollständige Aufhebung der Blockade, da über Aden nicht alle Bedürftigen in dem Land versorgt werden könnten. Im Jemen benötigen den Angaben zufolge mehr als 20 Millionen Menschen Hilfe, sieben Millionen Menschen stehen kurz vor einer Hungersnot.

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Im Jemen kämpfen seit 2014 schiitische Huthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Militäreinheiten des gestürzten Staatschefs Ali Abdullah Saleh gegen Truppen des sunnitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi. 2015 griff ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis zugunsten von Hadi in den Konflikt ein.

Das Militärbündnis wirft den Rebellen vor, über Hilfslieferungen Waffen zu schmuggeln. Sowohl Hodeida im Westen des Landes als auch die Hauptstadt Sanaa werden von den Huthi-Rebellen kontrolliert.

(heif)