Sanktionen verletzt? USA beschlagnahmen nordkoreanischen Kohlefrachter

Verletzung von Sanktionen : USA beschlagnahmen nordkoreanischen Kohlefrachter

Iran, Venezuela, Nordkorea: Die trump’sche Regierung mischt aktuell an vielen Krisenherden der Welt mit. Während der US-Präsident Gesprächsbereitschaft in Richtung Teheran signalisiert, hat sein Justizminister ein nordkoreanisches Schiff beschlagnahmen lassen.

Offiziell wird Pjöngjang beschuldigt, gegen Sanktionen verstoßen zu haben. Mit dem Frachter sei illegal Kohle aus Nordkorea verschifft und schwere Maschinerie in das isolierte Land transportiert worden, teilte das Justizministerium am Donnerstag in Washington mit. Das Schiff ist demnach in Nordkorea registriert. Es sei Anfang April von einer ausländischen Behörde festgesetzt worden und befinde sich nun im Gewahrsam der USA, hieß es in der Mitteilung des Ministeriums weiter. Welches Land dabei tätig wurde, teilte das Ministerium zunächst nicht mit. Es ist demnach das erste Mal, dass die amerikanischen Behörden zu so einem Schritt griffen.

Die Maßnahme könnte dazu beitragen, die Spannungen zwischen beiden Ländern zu verschärfen. Seit dem Scheitern des zweiten Gipfeltreffens zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un im Februar in Vietnam ist die Verunsicherung in der Region gewachsen. Nordkorea setzte zuletzt Waffentests fort, was als Versuch der kommunistischen Führung gesehen wurde, den Druck auf die USA zu erhöhen.

Trump sagte am Donnerstag zu den Tests, man schaue sich das sehr genau an. „Niemand ist glücklich darüber.“ Die Beziehungen mit Nordkorea gingen weiter. Er beklagte aber, dass er den Eindruck habe, dass die Nordkoreaner nicht bereit sein zu verhandeln. „Wir werden sehen, was passiert“, fügte er hinzu.

Derweil hat US-Präsident Donald Trump Dialogbereitschaft in Richtung Iran signalisiert. Dafür erwarte er jedoch einen Anruf der Führung in Teheran, sagte Trump am Donnerstag vor der Presse im Weißen Haus. Trump behauptete weiter, Ex-Außenminister John Kerry habe den Iranern gesagt, "nicht anzurufen". Das sollten sie jedoch tun, sagte der US-Präsident. "Wenn sie das tun, sind wir offen für Gespräche".

Gleichzeitig verteidigte Trump die Entscheidung seiner Regierung, als Warnung an den Iran einen Flugzeugträger sowie eine Bomberstaffel in den Nahen Osten zu verlegen. Die Iraner seien "sehr bedrohend" gewesen, sagte der Präsident. Die USA verfügten über Informationen, "die können Sie sich nicht einmal vorstellen". Um was es sich dabei genau handelte, sagte er allerdings nicht.

Auf die Frage, ob eine militärische Konfrontation zwischen den USA und dem Iran drohe, sagte er weiter, er hoffe, dass es nicht so weit kommen werde. "Wir wollen den Iran nicht verletzen", sagte Trump. "Ich will, dass sie groß und stark sind und eine großartige Wirtschaft haben".

(felt/dpa/AFP)
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