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Demonstranten fordern freie Wahlen in Russland: Zehntausende protestieren gegen Putin

Demonstranten fordern freie Wahlen in Russland : Zehntausende protestieren gegen Putin

Zehntausende Menschen haben am Samstag in Moskau gegen den russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin demonstriert. Die Teilnehmer der Protestaktion zogen mit Plakaten zu einem Platz in der Innenstadt, wo eine Kundgebung geplant war. "Russland ohne Putin" und "Für freie Wahlen" war auf den Bannern zu lesen.

Zehntausende Menschen haben am Samstag in Moskau gegen den russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin demonstriert. Die Teilnehmer der Protestaktion zogen mit Plakaten zu einem Platz in der Innenstadt, wo eine Kundgebung geplant war.
"Russland ohne Putin" und "Für freie Wahlen" war auf den Bannern zu lesen.

Trotz klirrender Kälte schienen sich sogar mehr Menschen zu beteiligen als an ähnlichen Demonstrationen im Dezember. "So viele sind gekommen, sie können uns nicht alle festnehmen", sagte der 56-jährige Demonstrant Alexander Selenski. "Das ist ein langsamer Prozess, aber wir glauben, dass er schließlich zu Demokratie und freien Wahlen führen wird."

Auch Kommunisten und Nationalisten schlossen sich dem Demonstrationszug an. Die Behörden hatten den Marsch genehmigt, nachdem sie einen Antrag der Organisatoren abgelehnt hatten, sich vor dem Kreml zu versammeln.

Auslöser der Proteste waren Hinweise auf Wahlbetrug zugunsten von Putins Partei bei der Parlamentswahl im Dezember. Der Ministerpräsident, der sich im März zum neuen Präsidenten wählen lassen will, hat Forderungen nach einer Wiederholung der Wahl bisher ignoriert. Die beiden vorangegangenen Demonstrationen, zu denen bis zu 120.000 Menschen kamen, waren die größten in Russland seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion.

Anhänger Putins versammelten sich am anderen Ende der Stadt, um ihre Unterstützung für den Ministerpräsidenten zu bekunden. Allerdings kamen dort nur etwa 15.000 Menschen zusammen. Die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes, Gewerkschafter und Lehrer erklärte, sie seien freiwillig erschienen. Einige räumten allerdings ein, sie seien von den Behörden aufgefordert worden zu kommen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die acht Jahre von Putins Präsidentschaft in Bildern

(APD)