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Rede 2018: Wladimir Putin stellt neues Atomwaffen-Arsenal vor

Reaktion auf US-Raketenabwehr : Putin stellt neues Atomwaffen-Arsenal vor

In gut zwei Wochen will sich Putin wieder zum russischen Präsidenten wählen lassen. Medienwirksam präsentiert er vorher neue Waffen. Er sei von den USA dazu gezwungen worden, aber nun besitze kein anderes Land solche Raketen und Drohnen, sagt Putin.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Donnerstag eine Rede zur Lage der Nation gehalten. Dabei präsentierte er neue Raketentypen und kündigte die Entwicklung von weiteren Atomwaffen an. Putin sprach von mehreren neuen Waffensystemen - einige Beispiele:

  • Eine neue ballistische Interkontinentalrakete soll nur schwer abzufangen sein.
  • Neue Marschlugkörper sollen eine unbegrenzte Reichweite haben und jede Raketenabwehr durchschlagen können; Putin stellte auch einen kleinen Nuklearsprengkopf für die Marschflugkörper vor.
  • Neue Unterwasserdrohnen könnten einen atomaren Sprengkopf tragen und gegen Flugzeugträger oder Anlagen entlang der Küste eingesetzt werden, sagte Putin.
  • Russlands Präsident präsentierte außerdem eine Überschallwaffe, die von Abwehrsystemen nicht erfasst werden könne, weil sie einfach zu schnell sei.

Die neuen Waffen seien schon getestet worden, einige seien bereits im Dienst, sagte Putin weiter. Russland verfüge nun über Raketen, die kein anderes Land besitze. Er sei angesichts der Aufrüstung der USA gezwungen zu handeln. Russlands Atomarsenal werde ansonsten sinnlos. Die Stärkung des russischen Militärs solle den Weltfrieden sichern.

Sein Land habe nicht vor, ein anderes Land anzugreifen, sagte Putin. "Es geht um neue strategische Raketensysteme Russlands, die wir entwickelt haben als Reaktion auf den einseitigen Ausstieg der USA aus dem Vertrag über Raketenabwehr und die De-facto-Stationierung solcher Systeme auf dem Gebiet der USA und außerhalb der US-Grenzen."

Putin verspricht Kampf gegen Armut

In seiner Rede sprach Putin vor allem über die Innenpolitik und kündigte gut zwei Wochen vor der Präsidentschaftswahl in Russland einen verstärkten Kampf gegen die Armut in der Bevölkerung an. Er wolle die "inakzeptable" Armutsquote während der kommenden sechs Jahre "mindestens halbieren", sagte Putin vor dem Parlament. Zugleich verwies er darauf, dass zum Beginn seiner ersten Amtszeit als Präsident vor 18 Jahren 42 Millionen Russen unterhalb der Armutsgrenze gelebt hätten. Heute treffe dies nur noch auf 20 Millionen Menschen zu.

Die nächsten Jahre seien "entscheidend" für das Land, sagte Putin weiter. "Das Wohlergehen Russlands und das Wohlergehen unserer Bürger muss die Grundlage von allem sein, und in diesem Bereich müssen wir einen Durchbruch erreichen." Dies soll durch technologische Innovationen gelingen. "Technologischer Rückstand ist die größte Gefahr und unser Hauptfeind." Für den Fortschritt sei es nötig, "Freiheiten in allen Bereichen zu vergrößern".

Putin bewirbt sich bei den Wahlen am 18. März um eine vierte Amtszeit als Präsident Russlands. Beobachter gehen von einem klaren Sieg aus.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das sind die russischen Präsidentschaftskandidaten

(wer)