Ohne Vorkasse: Russland will der Ukraine Strom und Kohle liefern

Ohne Vorkasse : Russland will der Ukraine Strom und Kohle liefern

Moskau zeigt guten Willen und reicht dem Nachbarn eine hilfreiche Hand: Russland will der Ukraine ohne Vorkasse Strom und Kohle liefern.

Wegen der großen Probleme bei der Energieversorgung im Nachbarland habe Moskau entschieden, "die Bitte der ukrainischen Regierung zu erfüllen" und ihr mit Stromlieferungen zu "bevorzugten Konditionen zu helfen", sagte Vize-Regierungschef Dmitri Kosak am Samstag dem Fernsehsender Rossija 24. Der Strompreis soll demnach dem für den russischen Heimatmarkt entsprechen und damit niedriger sein als der normale Preis für die Ukraine.

Russland sei außerdem bereit, der Ukraine bis zu eine Million Tonnen Kohle monatlich zu liefern, ergänzte Kosak. Nach Angaben des Sprechers von Präsident Wladimir Putin muss die Ukraine die nun zugesagten Energielieferungen - anders als beim Gas - nicht per Vorkasse bezahlen. Trotz der fehlenden Vorauszahlungen werde Russland mit der Lieferung beginnen, sagte Dmitri Peskow der staatlichen Nachrichtenagentur Tass.

Die Ukraine leidet vor allem wegen der Rebellion im Osten des Landes unter Kohleknappheiten. Verhandlungen über Lieferungen aus Russland waren Anfang Dezember noch am Streit über die Energieversorgung der im März von Moskau annektierten Krim gescheitert. Erst am Mittwoch war auf der Schwarzmeerhalbinsel stundenlang der Strom ausgefallen, nachdem die Ukraine die Stromversorgung gekappt hatte. Nach den Worten von Vize-Regierungschef Kosak hofft Moskau darauf, dass Kiew einen Teil der nun zugesagten Energielieferungen an die Krim weiterleitet.

Bereits seit Anfang Dezember erhält die Ukraine auch wieder Gas aus Russland. Moskau hatte dem Nachbarland im Juni den Gashahn zugedreht, weil Kiew eine drastische Preiserhöhung durch den russischen Gazprom-Konzern nicht akzeptierte und Schulden anhäufte. Das führte auch zur Sorge vor Versorgungsengpässen in der EU, die ihr russisches Gas über die Ukraine bezieht. Erst nach monatelangen Verhandlungen unter EU-Vermittlung kam es zu einem vorläufigen Kompromiss, der weitere Lieferungen aber nur gegen Vorkasse vorsieht.

(AFP)