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Russland übt weiter Einfluss in sozialen Medien der USA aus

US-Senatsbericht : Russland übt weiter Einfluss in sozialen Medien aus

Russland wird massive Beeinflussung von Amerikanern während des US-Präsidentschaftswahlkampf vorgeworfen. Und die Versuche seien noch immer nicht vorbei, heißt es in einem Bericht der Parlamentskammer. Demnach beeinflussen die Russen sogar auf mehr Kanälen als gedacht.

Russland versucht weiterhin, in sozialen Netzwerken Amerikaner zu beeinflussen. Das geht aus einer Untersuchung hervor, den der Geheimdienstausschuss des US-Senats veröffentlichen durfte. Es gebe noch einige aktive Nutzerkonten mit Verbindungen zu der russischen Organisation Internet Research Agency, heißt es in dem von der Cybersicherheitsfirma New Knowledge erstellten Bericht.

Sonderermittler Robert Mueller hat die Troll-Fabrik für eine breite Kampagne in sozialen Netzwerken mit dem Ziel der Beeinflussung der Präsidentschaftswahl von 2016 verantwortlich gemacht. Dem neuen Bericht zufolge ist sie auf kleineren Plattformen präsent, nachdem die großen Betreiber versucht hatten, die russischen Aktivitäten zu verbannen. Der Bericht nutzt Daten großer Internetfirmen wie Facebook, Twitter und der Google-Mutter Alphabet, die der Senat zur Verfügung gestellt hat.

„Zumindest einige der Ziele der russischen Regierung haben nur geringe diplomatische oder sonstige Reaktionen hervorgerufen, somit erscheint es als wahrscheinlich, dass die Vereinigten Staaten auf absehbare Zeit weiterhin russischer Einmischung ausgesetzt sein werden“, schrieben die Forscher.

Zudem seien die russischen Eingriffe viel breiter gewesen als einst gedacht. Keines der Unternehmen habe dem Kongress vollständige Datensätze überreicht und manche hätten bei Befragungen den Umfang des Problems heruntergespielt.

Der Bericht beschreibt auch das Ausmaß der russischen Einmischung auf Instagram. Das Netzwerk gehört Facebook, wurde aber nicht häufig erwähnt, als Vertreter des Mutterkonzerns sich in Washington äußerten. Als die öffentliche Aufmerksamkeit sich 2017 auf die russischen Aktivitäten auf Facebook und Twitter konzentriert habe, hätten die Russen ihre Aktivitäten zu einem großen Teil auf das Foto-Netzwerk verlagert.

Auch Internetspiele, Browser-Erweiterungen und Musik-Apps hätten die Russen für ihre Einflussnahme versuche genutzt, heißt es in dem Bericht. Zudem hätten Russen Hotlines für Hilfesuchende betrieben, wo Anrufer möglicherweise sensible Informationen preisgegeben hätten, die gegen sie eingesetzt werden könnten.

Hauptziel der russischen Posts sei es gewesen, der Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zu schaden und dem Rivalen Donald Trump zu helfen. Das Endziel sei gewesen, Amerika zu spalten, steht in dem Bericht.

(özi/dpa)