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Russland bereit für Treffen: Trump will Putin nach Washington einladen

Russland bereit für Treffen : Trump will Putin nach Washington einladen

US-Präsident Trump wird weiterhin wegen seines Gipfels mit dem russischen Präsidenten Putin kritisiert. Für Herbst plant er aber bereits einen zweiten Gipfel - dieses Mal in Washington.

Donald Trump sorgt einmal mehr für eine Überraschung: Nach starker Kritik an dem Gipfel in Helsinki mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin hat der US-Präsident den Kremlchef im Herbst nach Washington eingeladen. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, schrieb am Donnerstag (Ortszeit) auf Twitter, Trump habe seinen Nationalen Sicherheitsberater John Bolton mit der Einladung betraut.

Russland ist nach Angaben seines Botschafters in Washington grundsätzlich bereit für weitere Treffen mit dem US-Präsidenten. „Wir sind immer offen für solche Vorschläge“, sagte der russische Botschafter in den USA, Anatoli Antonow, am Freitag. „Wir müssen aber zunächst das Treffen verarbeiten und verstehen, was zwischen den beiden Präsidenten erreicht worden ist.“

Die US-Opposition forderte Trump dazu auf, zunächst aufzuklären, was er im Vieraugengespräch mit Putin besprochen hat. Vorher dürften die beiden sich nicht erneut hinter verschlossenen Türen treffen, verlangte der Oppositionsführer im US-Senat, der Demokrat Chuck Schumer. Die Oppositionsführerin im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, spielte darauf an, Putin könne belastendes Material gegen Trump besitzen. „Womit erpresst Putin Präsident Trump, persönlich, politisch oder finanziell?“, fragte sie.

US-Geheimdienstkoordinator Dan Coats zeigte sich von der Ankündigung des Weißen Hauses überrascht. Er erneuerte seine Vorwürfe gegen die Russen, sich in inneramerikanische Angelegenheiten einzumischen. „Sie sind es, die versuchen, unsere Grundwerte zu untergraben, uns von unseren Alliierten zu entzweien, bei unserem Wahlprozess Chaos anzurichten.“

Trump hatte am Donnerstag auf Twitter Kritik an dem „sehr erfolgreichen“ Gipfel mit Putin in Helsinki zurückgewiesen und geschrieben: „Ich freue mich auf unser zweites Treffen, damit wir damit beginnen können, einige der vielen diskutierten Themen umzusetzen.“ Sollte Putin nach Washington kommen, wäre es sein erster Besuch im Weißen Haus seit September 2005.

Der US-Präsident hatte in den Tagen nach dem Gipfel mit widersprüchlichen Aussagen, Dementis und Klarstellungen viel Verwirrung gestiftet. Im Zuge seines Zickzack-Kurses hatte er dem US-Sender CBS am Mittwoch gesagt, er habe Putin persönlich davor gewarnt, dass die USA Einmischungen in künftige US-Wahlen nicht tolerieren würden.

Zuvor hatte Trump sich sowohl bei der Pressekonferenz mit Putin in Helsinki als auch am Rande einer Kabinettssitzung am Mittwoch in Washington anders geäußert, dies später aber entweder als Versprecher oder falsche Berichterstattung bezeichnet. Seine erste Äußerungen legten nahe, dass er Erkenntnisse der US-Geheimdienste anzweifelt. Diese halten es für erwiesen, dass Russland sich in die Präsidentenwahl von 2016 eingemischt hat. Putin bestritt dies am Montag in Helsinki.

Nach einem Bericht der „New York Times“ sind Trump bereits zwei Wochen vor dessen Amtseinführung im Januar 2017 streng vertrauliche Geheimdienstinformationen gezeigt worden, wonach Putin persönlich Cyber-Angriffe auf die US-Wahlen angeordnet haben soll. Diese Informationen sollen unter anderem von einer Quelle aus dem engsten Umfeld Putins stammen. Trump habe sich widerwillig überzeugt gezeigt, berichtete das Blatt.

Obwohl er in den vergangenen Tagen mit seinen widersprüchlichen Aussagen selbst die Kontroverse befeuert hatte, machte der US-Präsident am Donnerstag die Berichterstattung in einigen Medien dafür verantwortlich. Er warf ihnen dabei unter anderem Kriegstreiberei vor: „Die Fake-News-Medien wollen unbedingt eine große Konfrontation sehen, sogar eine Konfrontation, die zum Krieg führen könnte“, schrieb Trump auf Twitter.

(mba/dpa)