Russland-Affäre: Donald Trump setzt Justizminister Jeff Sessions unter Druck

Russland-Affäre: Trump setzt seinen Justizminister unter Druck

Der US-Präsident verschärft seine Angriffe in der Russland-Affäre. Einmal mehr fordert Trump ein Ende der Ermittlungen - und bringt dabei seinen Justizminister in Bedrängnis.

US-Präsident Donald Trump hat seinen Justizminister Jeff Sessions dazu gedrängt, die Russland-Ermittlung zu beenden. „Dies ist eine schreckliche Situation und Justizminister Jeff Sessions sollte diese manipulierte Hexenjagd sofort stoppen, bevor sie weiter unser Land beschmutzt“, verlangte Trump am Mittwoch auf Twitter. Die Vorwürfe seien ein „totaler Schwindel“, schrieb er in einer weiteren Nachricht.

Die Russland-Untersuchung des FBI-Sonderermittlers Robert Mueller dreht sich unter anderem um die Frage, ob es bei der mutmaßlich russischen Einflussnahme auf die Präsidentschaftswahl 2016 geheime Absprachen zwischen Trumps Wahlkampflager und Moskau gab, um dem Republikaner zu helfen. Trump hat die Ermittlung immer wieder als „Hexenjagd“ und politisch motiviert bezeichnet.

Sessions hat als oberster Chefankläger die Aufsicht über das FBI und wäre damit eigentlich auch für Muellers Untersuchung zuständig. Wegen Befangenheit hält er sich aber heraus - was Trump massiv missfällt. Die Aufsicht liegt bei Sessions' Stellvertreter Rod Rosenstein. Laut Medienberichten soll Trump seinen Justizminister vergeblich dazu aufgefordert haben, sich die Kontrolle über die Ermittlungen zurückzuholen.

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Trump hat schon mehrfach ein Ende der Ermittlungen gefordert und seinen Ärger darüber immer wieder öffentlich gezeigt. Es ist ungewöhnlich, dass ein US-Präsident sich auf solche Weise in eine Untersuchung des FBI einmischt. Aber Trump steht wegen der Affäre stark unter Druck. Seit Dienstag muss sich sein ehemaliger Wahlkampfchef Paul Manafort wegen Steuer- und Bankbetrugs vor Gericht verantworten. Es ist das erste Verfahren, das sich aus Muellers Ermittlungen ergeben hat - auch wenn die Vorwürfe nicht direkt etwas mit dem Kern der Untersuchung zu tun haben. Sie drehen sich um Manaforts Beratertätigkeiten für den damaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch.

Trump ging am Mittwoch erneut auf Distanz zu Manafort. Der 69-Jährige habe nur für eine sehr kurze Zeit für ihn gearbeitet, schrieb der Präsident. Trump hatte Manafort im März 2016 in sein Wahlkampfteam geholt. Im August musste der Lobbyist allerdings bereits wieder gehen. Hintergrund waren seine finanzielle Verstrickungen in der Ukraine.

(wer/AFP/dpa)
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