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Kommunisten holen 20 Prozent: Rote Revolution in Graz

Kommunisten holen 20 Prozent : Rote Revolution in Graz

Kommunisten – gibt es die überhaupt noch in Österreich? Ja, in Graz gaben sie am Wochenende ein vitales Lebenszeichen von sich.

Kommunisten — gibt es die überhaupt noch in Österreich? Ja, in Graz gaben sie am Wochenende ein vitales Lebenszeichen von sich.

Bei der Kommunalwahl in der Hauptstadt des Bundeslandes Steiermark landete die Kommunistische Partei mit über 20 Prozent der Stimmen auf dem zweiten Rang.

Verantwortlich für diesen EU-weit wohl einzigartigen Erfolgs ist Elke Kahr, Spitzenkandidatin der Grazer KPÖ und populäre Wohnungsreferentin der Stadt.

Die 51-jährige Kahr ist keine graue Funktionärin — im Gegenteil: Sie punktet durch ihr freundliches Auftreten und ist zugleich fest in ihrer Heimatstadt verwurzelt. Kahr, die in einem Kinderheim aufwuchs, hat sich mit ihrer unbürokratischen Art, Menschen bei Wohnungsproblemen zu helfen, viel Sympathie erworben.

Die KPÖ hat einen Hilfsfonds eingerichtet, aus dem Menschen finanziell unterstützt werden, die sich die Miete oder die Heizung nicht mehr leisten können. Finanziert wird der Fonds von allen Parteifunktionären, die auf einen Teil ihres Gehalts verzichten.

Kahrs angewandter Sozialismus hat den etablierten Parteien in Graz so schwer zugesetzt, dass auch in den Wiener Parteizentralen die Alarmglocken schrillen. Das Ergebnis gilt als Warnsignal für die Nationalratswahl 2013, soziale Themen in Krisenzeiten nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

Erstmals in der Nachkriegsgeschichte hat die KPÖ, die bundesweit mit 0,5 Prozent weit unter der öffentlichen Wahrnehmungsschwelle liegt, in Graz die Sozialdemokraten (SPÖ) auf den dritten Platz verdrängt — eine historische Schlappe. Die dort traditionell stärkste Partei, die konservative ÖVP, büßte fünf Prozentpunkte ein, stellt aber mit Siegfried Nagl weiterhin den Bürgermeister.

(gru)