Robert Mugabe: Vom Freiheitskämpfer zum Despoten

Zum Tod von Robert Mugabe : Vom bewunderten Freiheitskämpfer zum gehassten Diktator

Der umstrittene afrikanische Langzeitherrscher Mugabe ist gestorben. Er war bekannt für seine Exzentrik - und für seinen Machtwahn. Viele sahen in ihm einen Befreiungshelden, er selbst fühlte sich von Gott ernannt. Simbabwe regierte er zuletzt mit harter Hand.

Simbabwes langjähriger Machthaber Robert Mugabe ist tot. Präsident Emmerson Mnangagwa gab den Tod seines 2017 zum Rücktritt gezwungenen Vorgängers am Freitag auf Twitter bekannt. Mugabe, der Simbabwe 37 Jahre lang regiert hatte, starb im Alter von 95 Jahren in Singapur, wie der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa mitteilte. Dort war er in den vergangenen Jahren immer wieder medizinisch behandelt worden.

Mugabe, ein früherer Guerillachef, hatte nach dem Ende der Herrschaft der weißen Minderheit 1980 die Macht übernommen. Zunächst suchte er die Annäherung mit den Weißen, investierte in Bildung und den Bergbau. Simbabwe galt in jener Zeit als Kornkammer Afrikas. Dafür dass das Land in der Folge zunehmend verarmte, machte er internationale Sanktionen verantwortlich. Schließlich kam es 2017 zu einer militärischen Intervention, einem Amtsenthebungsverfahren und großen Straßendemonstrationen gegen Mugabe, durch die der Präsident zum Rücktritt gezwungen wurde.

Bereits Jahre zuvor war ihm schon immer wieder vorgeworfen, sich durch Wahlbetrug und Gewalt an der Macht zu halten. Dennoch saß er mit Rückendeckung des Militärs und seiner Partei fest im Sattel. Dass Mugabe in den letzten Jahren seiner Präsidentschaft an Einfluss verlor, hatte auch mit den politischen Ambitionen seiner Ehefrau Grace zu tun, die viele in seiner Partei als mögliche Nachfolgerin ablehnten.

„Ich habe viele Diplome in Gewalt“, sagte Mugabe einst im Wahlkampf, und streckte seine Faust in die Höhe. „Ihr seht diese Faust, sie kann euer Gesicht zerschmettern.“ Mugabe wurde 2013 zuletzt in einer umstritten Wahl wiedergewählt. Seine Kritiker, die von Unregelmäßigkeiten bei der Wahl sprachen, tat er als schlechte Verlierer ab.

Sein Amtsnachfolger Mnangagwa würdigte Mugabe in einem Tweet als „Ikone der Befreiung“. Auf den Straßen der Hauptstadt Harare versammelten sich am Freitag kleine Gruppen, die sich über Mugabe austauschten. „Ich werde keine Träne vergießen, nicht für diesen grausamen Mann“, sagte Tariro Makena. „All diese Probleme, er hat sie angefangen und die Menschen wollen jetzt, dass wir so tun, als ob es nie passiert wäre.“

Andere waren besser auf Mugabe zu sprechen. „Die Dinge sind jetzt schlimmer“, sagte Silas Marongo. „Das Leben war nicht so gut, aber es war niemals so schlimm. Diese Menschen, die ihn von der Macht entfernt haben, haben überhaupt keine Ahnung.“

Ramaphosa teilte mit: „Unter der Führung von Präsident Mugabe hat der fortwährende und tapfere Kampf Simbabwes gegen den Kolonialismus unseren eigenen Kampf gegen die Apartheid inspiriert und in uns die Hoffnung aufgebaut, dass Südafrika eines Tages auch frei sein würde.“

Robert Mugabe bei einem öffentlichen Auftritt im Jahr 2000. Er war von 1980 bis 2017 Präsident von Simbabwe. Foto: AFP/ODD ANDERSEN

Mugabe fehlte das Charisma, das der Anti-Apartheid-Kämpfer und frühere Präsident von Südafrika, Nelson Mandela, vorzuweisen hatte. Dennoch brachte Mugabe gerade in Afrika seine harte Linie gegenüber dem Westen auch Bewunderung ein. Er warf westlichen Staaten eine neokolonialistische Einstellung vor und forderte die Afrikaner auf, die Kontrolle über ihre eigenen Ressourcen zu übernehmen.

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(anst/dpa)
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