Proteste in Thailand: Regierung fordert Räumung von besetztem Touristenviertel

Proteste in Thailand : Regierung fordert Räumung von besetztem Touristenviertel

Bangkok (RPO). Die thailändische Regierung will die Anhänger der Opposition gerichtlich zwingen, ein beliebtes Touristenviertel in der Hauptstadt Bangkok zu räumen.

Ein entsprechender Antrag wurde am Montag bei einem Gericht in Bangkok gestellt, wie Regierungssprecher Panitan Wattanayagorn der Nachrichtenagentur AFP sagte. Das Gericht soll die Demonstranten demnach auffordern, eine große Kreuzung und weitere blockierte Straßen im Stadtzentrum zu räumen. Die Regierung wolle auch eine Erlaubnis einholen, die Demonstranten und die Anführer der Proteste festzunehmen. Sie hätten sich der Aufforderung widersetzt, das Viertel zu verlassen, sagte der Sprecher.

Die Regierungsgegner wollten ihre Proteste jedoch fortsetzen. Es gebe auf der ganzen Welt kein Gesetz, dass jemanden daran hindern könne, eine Straße zu benutzen, sagte einer der Anführer der sogenannten Rothemden, Jatuporn Prompan. Der Protestführer Nattawut Saikuar kündigte an, gegen ein mögliches Demonstrationsverbot ebenfalls vor Gericht zu ziehen. Die Proteste seien friedlich und im Einklang mit der Verfassung, sagte er.

Die in der Farbe der Opposition gekleideten Demonstranten sind Anhänger des 2006 gestürzten Regierungschefs Thaksin Shinawatra. Die Rothemden, die zumeist aus den ländlichen, ärmlichen Gegenden im Norden Thailands zu den Protesten in Bangkok reisten, verlangen den Rücktritt von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva. Bereits am Wochenende hatten tausende von ihnen in dem bei Touristen beliebten Geschäftsviertel demonstriert, in dem sich auch viele Luxushotels und Büros befinden. Die Proteste lösten Verkehrsstörungen aus und zwangen mehrere Einkaufszentren und Geschäfte, vorübergehend zu schließen.

(AFP/sdr)
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