Zehntausende demonstrieren in Washington: Reform des US-Einwanderungsrechts gefordert

Zehntausende demonstrieren in Washington: Reform des US-Einwanderungsrechts gefordert

Washington (RPO). Mehrere zehntausend Menschen haben in Washington für eine Reform des Einwanderungsrechts demonstriert. Auf Plakaten erinnerten sie US-Präsident Barack Obama an sein Wahlversprechen, Missstände schon in seinem ersten Amtsjahr anzugehen.

Die aus allen Landesteilen gekommenen Demonstranten zogen am Sonntag mit Parolen auf Englisch und Spanisch über die National Mall. Auf Transparenten und Plaketen hieß es: "Reform erfordert Mut" oder "Kein Mensch ist illegal."

Der Präsident wandte sich in einer Videobotschaft an die Kundgebungsteilnehmer. Er sei entschlossen, in diesem Jahr mit dem Kongress ein umfassendes Gesetzespaket auf den Weg zu bringen, um "ein kaputtes Einwanderungssystem zu reparieren", versprach der Staats- und Regierungschef. Die Trennung von Familien, die Ausbeutung von Arbeitern ohne Aufenthaltsgenehmigung und Kriminalität seien die größten Probleme.

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In den USA leben schätzungsweise zwölf Millionen Einwanderer ohne Aufenthaltsberechtigung. Bemühungen, ihnen die US-Staatsbürgerschaft zu geben, stoßen im Kongress vor allem bei den Republikanern auf Widerstände. Zwei Initiativen für eine Reform sind 2006 und 2007 gescheitert.

Kürzlich haben die Senatoren Chuck Schumer und Lindsey Grazham einen neuen Gesetzentwurf vorgestellt, der Einwanderern die Legalisierung ihres Aufenthalts anbietet. Im Gegenzug sollen sie anerkennen, bei der Einwanderung gegen das Gesetz verstoßen zu haben, eine Strafe und ausstehende Steuern zahlen sowie gemeinnützige Dienste leisten.

(apd/das)
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