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Sechs Tote und 17 Verletze: Rebellen stürmen Tschetscheniens Parlament

Sechs Tote und 17 Verletze : Rebellen stürmen Tschetscheniens Parlament

Moskau (RPO). Separatisten haben in der russischen Kaukasusrepublik Tschetschenien am Dienstag das Parlament sowie das Landwirtschaftsministerium angegriffen. Dabei wurden nach Angaben der Polizei mindestens sechs Menschen getötet und 17 weitere verletzt.

Ein Extremist brachte einen Sprengsatz am Eingang des Parlamentsgebäudes in Grosny zur Explosion und tötete sich dabei selbst, wie ein der Sprecher der tschetschenischen Polizei der Nachrichtenagentur AP sagte. Zwei weitere Angreifer seien in das Gebäude gerannt und hätten dort unter "Allahu Akbar"-Rufen das Feuer auf die Menschen eröffnet, sagte der Polizeisprecher, Ramsan Bekchojew.

Bei einem anschließenden Schusswechsel mit der Polizei wurden beide Angreifer getötet, wie Präsidentensprecher Alwi Kerimow mitteilte. In einer Meldung der Nachrichtenagentur Interfax war von Schüssen im Büro des Parlamentspräsidenten Dukuwach Abdurachmanow die Rede. Er soll in Sicherheit gebracht worden sein.

Nach Behördenangaben kamen bei dem Angriff drei Extremisten, zwei Polizisten und ein Parlamentsmitarbeiter ums Leben. Unter den Verwundeten sollen sechs Polizisten und elf Zivilisten sein, wie russische Nachrichtenagenturen berichteten.

Russischer Innenminister in Grosny

Fast zeitgleich griff eine zweite Gruppe Aufständischer das Landwirtschaftsministerium an, das im selben Gebäudekomplex wie das Parlament untergebracht ist. Auch dort kam es zu einem Feuergefecht mit Sicherheitskräften, wie die Nachrichtenagentur Itar-Tass meldete.

Russland führe in den 90er Jahren zwei Kriege gegen tschetschenische Separatisten, bevor im Jahr 2000 eine kremltreue Regierung in Grosny eingesetzt wurde. Seitdem führt die tschetschenische Regierung den Kampf gegen die Rebellen fort. Dem seit 2007 amtierendenden Präsidenten Ramsan Kadyrow wurde von Menschenrechtsorganisationen allerdings mehrfach die Beteiligung an politisch motivierten Morden vorgeworfen. Derzeit hält sich der russische Innenminister Raschid Nurgalijew in Grosny auf, um mit Kadyrow die Gewalt-Problematik zu besprechen.

(AFP/rm)