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Streit um Waffentests: Raketenkrise: Bush will nicht weiter auf Nordkorea zugehen

Streit um Waffentests : Raketenkrise: Bush will nicht weiter auf Nordkorea zugehen

Washington/Seoul (rpo). US-Präsident George W. Bush will in der Raketenkrise nicht weiter auf Nordkorea zugehen. Zwar wünschten die USA eine diplomatische Lösung, doch die Vereinigten Staaten hätten auch "andere Optionen", so Bush. Südkorea hat inzwischen den Militärdialog zu Nordkorea abgebrochen.

Die USA wollten alle Probleme auf diplomatischem Wege lösen, sagte Bush am Donnerstag (Ortszeit) dem US-Nachrichtensender CNN. "Das ist unsere erste Option." Er habe aber auch "andere Optionen" jenseits der Diplomatie, um die Krise um die Raketentests und das Atomprogramm Nordkoreas zu beenden, betonte Bush. Direkte Gespräche mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-il schloss der US-Präsident kategorisch aus. "Das Problem ist, wir haben das schon versucht, und es hat nicht funktioniert."

Es sei auch schon versucht worden, Pjöngjang Anreize zu geben, um im Streit mit der internationalen Gemeinschaft einzulenken. "Es gab Anreizpakete für die Nordkoreaner, die haben sie genommen und dann nicht ihre Verpflichtungen eingehalten", sagte Bush.

Die südkoreanische Regierung setzte wegen der Krise den Militärdialog mit Nordkorea aus, den beide Länder seit mehreren Jahren unterhalten, um die Spannungen an der gemeinsamen Grenze zu vermindern. Die kommunistische Führung in Pjöngjang hatte vor ihren jüngsten Raketentests ein neues Treffen für Freitag vorgeschlagen, bei dem Beratungen auf Ebene der Generäle vorbereitet werden sollten.

Dieses Treffen werde wegen der nordkoreanischen Raketentests verschoben, teilte das Verteidigungsministerium in Seoul mit. Dies sei nicht der geeignete Zeitpunkt.

Rakete offenbar auf Gewässer bei Hawaii gerichtet

Die von Nordkorea getestete Langstreckenrakete war laut einem japanischen Zeitungsbericht vermutlich auf hawaiianische Gewässer gerichtet. Zu diesem Schluss seien das japanische Verteidigungsministerium und die US-Streitkräfte nach einer Analyse der von der Rakete tatsächlich zurückgelegten Strecke gekommen, berichtete die Zeitung "Sankei" am Freitag.

Die Rakete vom Typ Taepodong 2 war am Mittwoch schon kurz nach dem Start ins Japanische Meer gestürzt. Eigentlich hätte sie aber in der Nähe des US-Staats Hawaii im Pazifik landen sollen, schrieb "Sankei".

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(afp)