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Tödliche Schüsse in Athen: Rätselraten um Anschlag auf Neonazis

Tödliche Schüsse in Athen : Rätselraten um Anschlag auf Neonazis

Einen Tag nach den tödlichen Schüssen auf zwei Mitglieder der Neonazipartei "Goldene Morgenröte" sucht die griechische Polizei weiter nach den Tätern. Eine ballistische Überprüfung habe ergeben, dass die Tatwaffe noch nie bei einem Terroranschlag oder Raubüberfall benutzt worden sei, berichtete der staatliche Rundfunk am Samstag unter Berufung auf die Polizei.

"Es war ein sozusagen professionell ausgeübter Anschlag", sagte ein Polizeioffizier der Nachrichtenagentur dpa. Die Täter hätten nach einem "genauen Plan agiert und kaltblütig geschossen." Die beiden Neonazis waren am Freitag vor einem Parteibüro in der Athener Vorstadt Irakleion getötet worden. Die "Goldene Morgenröte" bestätigte auf ihrer Internetseite, dass die beiden Opfer der Partei angehörten.

Die Täter seien mit einem Motorrad gefahren und hätten Helme und Handschuhe getragen, berichteten Augenzeugen. Am Tatort seien zwölf Patronen mit einem Kaliber von neun Millimetern gefunden worden, teilte die Polizei am Samstag mit. Geschossen worden sei mit einer Maschinenpistole vom Typ Zastava.

Die Täter wollten nach Meinung vieler griechischer Kommentatoren mit dem Anschlag das Land destabilisieren. "Zwölf Kugeln gegen die Demokratie", titelte die Athener Zeitung "Ta Nea" am Samstag.

Nach offiziellen Angaben starben die zwei Opfer wenige Minuten nach dem Anschlag. Ein dritter Mann wurde schwer verletzt. Er wurde vier Stunden lang operiert. Er schwebe noch in Lebensgefahr, teilten die Ärzte am Samstagmorgen mit.

Alle griechischen Parteien verurteilen den Anschlag. Regierungssprecher Simos Kedikoglou sagte am Abend nach einem Treffen mit Regierungschef Antonis Samaras, Justiz und Gesellschaft würden energisch gegen solche Angriffe vorgehen. "Das sollen die Mörder wissen", sagte er.

Mitte September hatte ein mutmaßliches Mitglied der "Goldenen Morgenröte" einen linken Rapper in der Hafenstadt Piräus mit Messerstichen getötet. Beobachter hatten daraufhin befürchtetet, der Attacke könnte schwerwiegende Folgen für die politische Stabilität in Griechenland haben. Der Polizei lagen seit Wochen Hinweise vor, dass eine Art Racheakt linker Untergrundorganisationen bevorstünde.
Autonome linke Gruppierungen hatten in den vergangenen Jahren in Griechenland wiederholt Sprengstoffanschläge verübt und auch Polizisten erschossen.

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(dpa)