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Putsch in Burkina Faso: Militär stürzt Präsident Kaboré

Putsch in Burkina Faso : Militär stürzt Präsident Kaboré

Meuternde Soldaten haben im westafrikanischen Krisenstaat Burkina Faso Präsident Roch Marc Kaboré gestürzt und die Macht übernommen. Das teilte ein Sprecher der Putschisten im Staatsfernsehen mit.

In Burkina Faso hat die Armee nach eigenen Angaben den Präsidenten Roch Kabore und die Regierung gestürzt. Kabore sei unfähig gewesen, dass Land angesichts der gegenwärtigen Herausforderungen zu einen, erklärte ein Sprecher des Militärs in einer am Montag im Fernsehen verlesenen Erklärung. Die Regierung und das Parlament seien aufgelöst, die Grenzübergänge geschlossen und die Verfassung ausgesetzt worden. Die Grenzen des Landes blieben für mindestens vier Tage geschlossen, zudem gelte eine Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr. Festgenommene seien an einen sicheren Ort gebracht worden. Die Erklärung war vom Offizier Paul-Henri Sandaogo Damiba unterzeichnet worden.

Am Sonntag war ein heftiges Feuergefecht in der Nähe von Kabores Anwesen in der Hauptstadt Ouagadougou ausgebrochen. Auch in Kasernen soll es zu Schießereien gekommen sein. Die meuternden Soldaten sollen mehr Unterstützung bei ihrem Kampf gegen IS-Extremisten gefordert haben.

Der Verbleib von Präsident Kabore blieb zunächst unklar. Zwar wurde am Montag auf dem Twitter-Account des Präsidenten an die Soldaten appelliert, zum Schutz der Demokratie und im Interesse des Landes die Waffen niederzulegen. Reuters konnte jedoch nicht verifizieren, ob die Kurznachricht tatsächlich vom Präsidenten stammt, der seit den Schießereien am Sonntag nicht in der Öffentlichkeit gesehen wurde.

Die regierende Partei in Burkina Faso hatte mitgeteilt, Kabore habe einen Mordanschlag überlebt. Die Meuterei der Soldaten sei in einen Putschversuch umgeschlagen. Diese Sichtweise übernahm auch die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas, die einen "versuchten Staatsstreich" verurteilte und das Militär für die Sicherheit des Präsidenten verantwortlich machte.

Burkina Faso ist trotz seiner Goldvorkommen eines der ärmsten Länder in Westafrika. Extremisten mit Verbindungen zu Al-Kaida und der Islamisten-Organisation IS verüben häufig Angriffe in dem Land, Opfer sind oft Zivilisten und Soldaten. Das hat in den vergangenen Monaten zu wachsendem Unmut in der Bevölkerung beigetragen.

(felt/AFP)