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US-Außenministerium: "Putin verblüffendster Dichter seit Dostojewski"

US-Außenministerium : "Putin verblüffendster Dichter seit Dostojewski"

Das US-Außenministerium hat die Glaubwürdigkeit von Russlands Präsident Wladimir Putin mit einem Faktenblatt angezweifelt. "Zehn falsche Behauptungen über die Ukraine" überschrieb das State Department eine am Mittwoch veröffentlichte Auflistung.

Zur Einleitung gibt es einen bissigen Kommentar: Seit Dostojewskis Ausspruch, die Formel "zwei plus zwei gleich fünf" sei manchmal "ganz charmant", habe die Welt nicht mehr eine derart verblüffende Dichtung aus Russland gesehen.

Als erster Punkt wird die Aussage des Kreml-Chefs behandelt, bei den mysteriösen Bewaffneten auf der Krim handele es sich um "Selbstverteidigungseinheiten": "Starke Anhaltspunkte legen nahe, dass Mitglieder der russischen Sicherheitsdienste das Herzstück der hoch organisierten anti-ukrainischen Kräfte auf der Krim bilden", schreibt das Außenministerium. "Sie fahren Fahrzeuge mit russischen Kennzeichen und geben sich auf Nachfrage ausländischer Medien und des ukrainischen Militärs freiwillig als russische Sicherheitskräfte aus."

Widersprochen wird auch russischen Darstellungen, es gebe in der Ukraine eine humanitäre Krise und Hunderttausende seien auf der Flucht nach Russland. Ebenso zurückgewiesen werden Angaben, ethnische Russen oder russische Militärstützpunkte seien bedroht worden und es habe Anschläge auf Kirchen und Synagogen gegeben.

Zu Putins Bemerkung, das Parlament in Kiew stehe unter Einfluss von Extremisten und Terroristen, heißt es: Die Rada sei "die repräsentativste Institution des Landes", in der rechtsextreme Gruppierungen "nicht vertreten sind".

Der russische Schriftsteller Fjodor Dostojewski schrieb in seinem Kurzroman "Aufzeichnungen aus dem Kellerloch" (1864): "Ich gebe ja zu, dass zwei mal zwei ist vier eine ausgezeichnete Sache ist; doch wenn man schon alles lobt, dann ist auch zuweilen zwei mal zwei ist fünf ein allerliebstes Sächelchen."

(AFP)