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Putin deutet Spannungen mit Finnland und Schweden wegen Nato-Beitritt an​

Geplanter Nato-Beitritt : Putin deutet Spannungen mit Finnland und Schweden an

Wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine haben die traditionell militärbündnisfreien Länder Schweden und Finnland den Nato-Beitritt beantragt. Putin versucht nun, dies als Taktik der Nato umzudeuten – und droht den beiden Ländern.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat der Nato „imperiale Ambitionen“ vorgeworfen. Das Militärbündnis versuche durch den Ukraine-Konflikt seine „Vormachtstellung“ zu behaupten, sagte Putin am Mittwoch in der turkmenischen Hauptstadt Aschgabad vor Journalisten. „Die Ukraine und das Wohlergehen der ukrainischen Bevölkerung sind nicht das Ziel des kollektiven Westens und der Nato, sondern ein Mittel zur Verteidigung ihrer eigenen Interessen.“

Finnland und Schweden sind bislang keine Nato-Mitglieder, aber enge Partner des Verteidigungsbündnisses. Russlands Einmarsch in die Ukraine hatte in den beiden militärisch bisher bündnisfreien Ländern intensive Debatten über eine solche Mitgliedschaft ausgelöst. Am 18. Mai beantragten sie jeweils die Aufnahme in die Nato.

Mit dem geplanten Nato-Beitritt von Finnland und Schweden habe Russland „kein Problem“, sagte Putin. „Wir haben mit Schweden und Finnland keine Probleme, wie wir sie mit der Ukraine haben.“ Es gebe mit den beiden Ländern keine „territorialen Differenzen“.

Sollten in den Staaten jedoch „Militärkontingente und militärische Infrastruktur stationiert werden“, wäre Russland gezwungen, in gleicher Weise zu reagieren, fügte Putin hinzu. Auf dem Nato-Gipfel war zuvor am Mittwoch offiziell der Beitritt Finnlands und Schwedens auf den Weg gebracht worden. Finnland hat eine mehr als 1300 Kilometer lange Grenze zu Russland hat. Kein anderes EU-Land grenzt auf solch einer Länge an das Riesenreich.

(peng/AFP)