Pulitzer Preis 2017 für "Panama Papers" und Trump-Berichterstattung

Auszeichung : "Panama Papers" erhalten Pulitzer-Preis

Die Enthüllung der "Panama Papers" und die Berichterstattung zu US-Präsident Donald Trump sind in New York mit Pulitzer-Preisen ausgezeichnet worden.

Für die "Panama Papers" bekam das in Washington ansässige Internationale Netzwerk Investigativer Journalisten (ICIJ), der in Kalifornien sitzende Medienkonzern McClatchy und der "Miami Herald" den Preis für "erklärende Berichterstattung", wie die Organisatoren am Montag in New York mitteilten.

Auch die "Süddeutsche Zeitung" war an der Enthüllung beteiligt gewesen, die Pulitzer-Preise zeichnen allerdings nur US-amerikanischen Journalismus aus. Indirekt gehöre die Ehrung aber auch allen anderen weltweit beteiligten Medien, sagte der Vorsitzende des Pulitzer-Preis-Gremiums, Mike Pride. "Es ist keine Frage, dass dies ein viel größeres Projekt war."

Medien in aller Welt beteiligt

Die beteiligten Medien auf der ganzen Welt hatten im April 2016 über rund 200 000 von der Kanzlei Mossack Fonseca gegründete Briefkastenfirmen berichtet, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen geparkt haben sollen. Die Veröffentlichung führte zu Ermittlungen auf der ganzen Welt und zu einer Debatte über Steueroasen und Geldwäsche.

Für ihre Trump-Berichterstattung wurden unter anderem die "Washington Post" und das "Wall Street Journal" ausgezeichnet. Den Preis in der Königskategorie "Dienst an der Öffentlichkeit" gewann die Lokalzeitung "New York Daily News" und die stiftungsfinanzierte Recherchegruppe "ProPublica" für die Aufdeckung von diskriminierendem Missbrauch von Zwangsräumungsregelungen in New York.

Drei Preise für die "New York Times"

Die "New York Times" bekam insgesamt drei Pulitzer-Preise: Einen Preis erhielt die Zeitung in der Kategorie internationale Berichterstattung für eine Serie von Berichten über die Bemühungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Russlands Macht im Ausland auszuweiten. Daniel Berehulak gewann den Preis für Fotos, die eine gewalttätige Aktion auf den Philippinen dokumentierten. C.J. Chivers erhielt eine Auszeichnung für einen Magazin-Beitrag über einen Veteranen des Kriegs in Afghanistan, der unter einer posttraumatischen Belastungsstörung litt.

Auch die "Chicago Tribune" und der "New Yorker" wurden ausgezeichnet, aber auch kleinere Medien wie die "Charleston Gazette-Mail" aus West Virginia und die "East Bay Times" in Kalifornien.

"Wir sind nicht in einer Phase des Niedergangs des Journalismus, sondern mitten in einer Revolution", sagte Pride. Journalisten stünden heute unter anderem dank des Internet völlig neue Mittel zur Verfügung und sie nutzten sie gewinnbringend.

Die Pulitzer-Preise, die in diesem Jahr bereits zum 101. Mal vergeben werden, gibt es in 21 Sparten, darunter auch Schauspiel, Musik, Poesie und Belletristik. 14 Sparten betreffen journalistische Arbeiten.

(juju)