Proteste in Frankreich: "Gelbwesten" sollen Hälfte aller Radarfallen beschädigt haben

Gewaltsame Proteste: „Gelbwesten“ zerstören mehr als die Hälfte aller Blitzer in Frankreich

Die Gegner der hohen Kraftstoffpreise machen ihrem Ärger in Frankreich mit massiver Sachbeschädigung Luft. Auf Fernsehbildern sind brennende Blitzer zu sehen.

Mehr als die Hälfte der fest installierten Radarfallen an Frankreichs Straßen ist seit Beginn der „Gelbwesten“-Proteste beschädigt worden. „Fast 60 Prozent der Radargeräte wurden von denjenigen, die sich zu dieser Bewegung bekennen, unschädlich gemacht, angegriffen oder zerstört“, sagte Innenminister Christophe Castaner nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP. Auf Fernsehbildern waren angezündete Blitzer zu sehen, über manche Geräte zur Kontrolle der Geschwindigkeit wurde ein Müllsack gestülpt.

Die „Gelbwesten“ errichten seit Mitte November Straßensperren im ganzen Land. Ihr Ärger entzündete sich an einer geplanten Steuererhöhung für Kraftstoff. Im Sommer gab es in Frankreich heftige Proteste, weil die Regierung das zulässige Tempo auf Landstraßen von 90 auf 80 Kilometer pro Stunde herabgesetzt hatte.

Unterdessen hat Frankreichs Gleichstellungs-Staatssekretärin die Frage nach ausländischer Finanzierung der Gewalt bei „Gelbwesten“-Protesten aufgeworfen und dabei Italien ins Spiel gebracht. Es sei notwendig zu wissen, ob es ausländische Mächte gebe, die Randalierer und die städtische Gewalt in Paris finanzieren, sagte Marlène Schiappa am Donnerstag im Gespräch mit France Inter. „Dies ist angesichts der Positionen einiger italienischer Verantwortlicher besonders interessant“, so Schiappa weiter.

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Sie spielte dabei auch auf eine Online-Petition an, die den ehemaligen Boxer unterstützte, der am Wochenende bei „Gelbwesten“-Protesten Polizisten angegriffen haben soll. Regierungssprecher Benjamin Griveaux hatte bereits am Mittwoch erklärt, dass manche „Gelbwesten“ vom Ausland unterstützt würden.

Die in Italien mitregierende populistische Fünf-Sterne-Bewegung hatte den Gelbwesten am Montag Solidarität zugesagt. Der Koalitionspartner der Sterne, die rechte Lega von Innenminister Matteo Salvini, verurteilte zwar die Gewaltausbrüche, hieß aber die Proteste gut.

(cpas/dpa)
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