Proteste im Iran: "Die Welt schaut hin" - Donald Trump warnt Teheran

Proteste im Iran: "Die Welt schaut hin" - Trump warnt Teheran

Im Iran kritisieren Demonstranten die Regierung, einige werden festgenommen. US-Präsident Trump fordert die Führung in Teheran auf, die Rechte des Volkes zu respektieren.

"Die Welt schaut hin", warnte US-Präsident Donald Trump in der Nacht zum Samstag auf Twitter. Es gebe viele Berichte über friedliche Proteste iranischer Bürger, die genug hätten von der "Korruption des Regimes und seiner Verschwendung des Reichtums der Nation zur Terrorfinanzierung im Ausland".

Am Donnerstag und Freitag war es in mehreren Städten zu ungenehmigten Proteste wegen der schwachen Wirtschaftsentwicklung gekommen. Mitteilungen in sozialen Netzwerken und steigende Preise für Grundnahrungsmittel wie Eier und Geflügel hatten die Proteste am Donnerstag ausgelöst. Ein Regierungssprecher erklärte die gestiegenen Eierpreise mit einem Ausbruch der Vogelgrippe. In Maschhad wurden mindestens 52 Menschen festgenommen, berichtete die Nachrichtenagentur AFP.

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Die Nachrichtenagentur Fars berichtete am Freitag von weiteren Versammlungen an mindestens sechs Orten im Iran. In iranischen Medien hieß es, die Proteste seien lediglich gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung und die hohen Lebenshaltungskosten des Landes gerichtet. Auf Videos in sozialen Netzwerken waren aber auch Demonstranten zu sehen, die politische Slogans gegen den regierenden Klerus skandierten - etwa "Mullahs schämt Euch, lasst unser Land in Ruhe".

Nach den regierungskritischen Protesten nahmen Tausende am Samstag in Teheran an einer regierungsfreundlichen Demonstration teil. Das Staatsfernsehen zeigte auch Aufnahmen von Demonstrationen in anderen Städten des Landes, bei denen Teilnehmer Transparente mit Bildern des geistlichen Führers Ajatollah Ali Chamenei trugen.

(wer)