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Krise in der Ost-Ukraine: Prorussische Demonstranten sollen 60 Geiseln halten

Krise in der Ost-Ukraine : Prorussische Demonstranten sollen 60 Geiseln halten

Prorussische Demonstranten haben nach Angaben aus Kiew in der ostukrainischen Stadt Lugansk 60 Menschen als "Geiseln" genommen. Militante Aktivisten hätten das am Sonntag besetzte Verwaltungsgebäude vermint und hielten dort 60 Menschen gegen ihren Willen fest, erklärte der Geheimdienst SBU am Dienstag.

Die Geiseln würden mit Waffen und Sprengsätzen bedroht. Warum die Erklärung erst zwei Tage nach der Besetzung des Gebäudes kam, war zunächst nicht klar. Die prorussischen Demonstranten erlauben keinen Medienvertretern den Zugang zu dem Verwaltungsgebäude.

Krise in der Ost-Ukraine: Prorussische Demonstranten sollen 60 Geiseln halten
Foto: afp, PAUL J. RICHARDS

Am Sonntag hatten Demonstranten Gebäude der Gebietsverwaltungen in Donezk, Charkiw und Lugansk gestürmt und hissten russische Flaggen. In Donezk riefen sie am Montag eine "souveräne Volksrepublik" aus, die von Kiew unabhängig sein soll. Der Anführer der Proteste, Wadim Tscherniakow, erklärte am Dienstag, in Donezk sei eine Übergangsregierung gebildet worden. Hauptziel sei die Organisation eines Referendums über die Angliederung an Russland.

In der ostukrainischen Stadt Charkiw wurde nach Ausschreitungen prorussischer Demonstranten am Dienstag eine "Anti-Terror-Operation" gestartet. Das Innenministerium teilte mit, es seien 70 Menschen wegen "Separatismus" und "Massenunruhen" festgenommen worden.

Die Stadtverwaltung wies sämtliche Forderungen der weiter vor ihrem Sitz demonstrierenden Menschen zurück. Jeglicher Versuch, mit den Demonstranten zu verhandeln, scheitere an deren "klar unbrauchbaren, unmöglichen und ungesetzlichen" Forderungen, sagte Vize-Gouverneur Wasili Choma der Nachrichtenagentur AFP. Die Demonstranten verlangen wie in Donezk und anderen östlichen Städten ein Referendum über mehr Autonomie.

(AFP)