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Pro-Europäer Klaus Iohannis in Rumänien wiedergewählt

Regierung in Bukarest : Pro-Europäer Klaus Iohannis in Rumänien wiedergewählt

Rumäniens Staatspräsident Klaus Iohannis ist nach hartnäckigem Festhalten an seinem proeuropäischen Kurs wiedergewählt worden. Diesen Kurs will er nun zusammen mit der neuen bürgerlichen Regierung von Ministerpräsident Ludovic Orban konsolidieren.

„Rumänien hat gewonnen, das moderne Rumänien, das europäische Rumänien, das normale Rumänien hat gewonnen“, sagte er in der Wahlnacht. Nun gebe es „viel zu reparieren“, fügte Iohannis mit Blick auf die bis Anfang November regierenden Sozialdemokraten hinzu, die beim Thema Justiz und Rechtsstaat auf Konfrontationskurs mit der EU waren.

Der heute 60-jährige Iohannis kam als Quereinsteiger in die Politik. Die konservative Nationalliberale Partei (PNL) entdeckte den proeuropäischen und liberalen Siebenbürger Sachsen im Jahr 2014 und machte ihn zu ihrem Präsidentschaftskandidaten - als damalige Notlösung, da es an geeigneten Parteisoldaten mangelte.

Von 2000 bis 2014 hatte sich Iohannis als pragmatischer Bürgermeister seiner Geburtsstadt Hermannstadt (Sibiu) hohe Anerkennung erworben. Durch sein Wirken - so meinen viele Beobachter - blühte die Stadt wirtschaftlich und kulturell auf. Von 2001 bis 2013 war Iohannis zudem Vorsitzender des Interessenverbandes Demokratisches Forum der Deutschen in Rumänien (DFDR).

Geboren wurde Iohannis am 13. Juni 1960. Seine professoral wirkende Art eignete er sich wohl während seiner langen Laufbahn als Physiklehrer am altehrwürdigen Brukenthal-Gymnasium von Hermannstadt und als Schulinspektor an. Seine Anhänger finden diesen Stil für das an politisches Spektakel gewöhnte rumänische Publikum bisweilen als zu wenig aggressiv. Seine Gegner schreiben ihm wegen seiner vornehmen Wortkargheit und Scheu vor den Medien Arroganz zu.

Seine erste Amtszeit als Staatschef war vom Dauerkonflikt mit der von den Sozialdemokraten (PSD) dominierten Regierung überschattet, die per Misstrauensvotum gestürzt wurde. Nach Meinung vieler seiner Anhänger hätte Iohannis mehr gegen die PSD-Politik unternehmen können. In Rumänien bestimmt der Staatschef die Außen- und Sicherheitspolitik. Auf die Innenpolitik hat er dagegen nur begrenzt Einfluss.

(cka/dpa)