Wieder Proteste in Ankara: Polizei setzt Tränengas ein

Wieder Proteste in Ankara : Polizei setzt Tränengas ein

In der türkischen Hauptstadt Ankara haben in der Nacht zum Donnerstag erneut hunderte Menschen gegen die Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan protestiert. Die Polizei setzte Tränengas ein. Eine Person wurde verhaftet. Es blieb aber deutlich ruhiger als in der vergangenen Woche.

Bei der Demonstration im Stadtteil Dikmen setzte die Polizei erneut Tränengas ein, wie auf Bildern des regierungskritischen Fernsehsenders Halk TV zu sehen war. Mindestens ein Demonstrant wurde demnach verhaftet. In der vorangegangenen Nacht waren in dem Stadtteil mehrere Tausend Demonstranten auf die Straßen gezogen.

Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein. Seit Ausbruch des Konflikts um die Bebauung eines Stadtparks in Istanbul Ende Mai kamen bei Protesten mindestens vier Menschen ums Leben, etwa 7500 wurden verletzt. Die Polizei ging massiv mit Wasserwerfern, Tränengas und Gummigeschossen gegen überwiegend friedliche Demonstranten vor.

Inzwischen sind die Proteste abgeflaut, die sich auch gegen die konservative Islampolitik von Erdogan richten. Wegen des Vorgehens der Polizei hat die EU auf Druck von Deutschland den Neustart der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei frühestens auf den Herbst verschoben.

(REU)