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Demonstranten im Gezi-Park: Polizei setzt erneut Wasserwerfer ein

Demonstranten im Gezi-Park : Polizei setzt erneut Wasserwerfer ein

Die türkische Polizei hat am Montagabend erneut Wasserwerfer gegen Demonstranten eingesetzt, die sich im wieder eröffneten Istanbuler Gezi-Park zu einer Kundgebung gegen Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan versammeln wollten.

Angaben über Verletzte oder Festgenommene lagen zunächst nicht vor. Der wegen der Protestwelle weltweit bekanntgewordene Gezi-Park war erst wenige Stunden zuvor wieder eröffnet worden. Polizisten riegelten das Gelände am Nachmittag dann aber erneut ab und forderten Spaziergänger auf, den Park zu verlassen.

Die Polizei wollte sich zu dem Vorgang nicht äußern. Für den frühen Abend hat die Protestbewegung eine weitere Kundgebung angekündigt. An den Bebauungsplänen für den Gezi-Park hatten sich die landesweiten Proteste gegen Erdogan entzündet. Nach etlichen Zusammenstößen vertrieb die Bereitschaftspolizei am 15. Juni die Demonstranten von dem Gelände.

Seither haben die Behörden im Gezi-Park neue Bäume, Blumen und frischen Rasen pflanzen lassen. "Wir sehen hier, dass unsere Arbeit getan ist", sagte der Gouverneur von Istanbul, Hüseyin Avni Mutlu, bei der Wiedereröffnung. Zugleich warnte er vor neuen Demonstrationen. Die Stadt werde nicht zulassen, dass der Park als Schauplatz für Kundgebungen missbraucht werde.

Die Proteste gegen Erdogan waren in den vergangenen Wochen weitgehend abgeebbt. Am vergangenen Samstag setzten die Sicherheitskräfte jedoch Wasserwerfer und Tränengas gegen Menschen ein, die auf dem Taksim-Platz und im angrenzenden Gezi-Park demonstrieren wollten. Im Zuge der Proteste waren im Juni nach Angaben des Türkischen Ärzteverbandes vier Menschen getötet und 7500 verletzt worden.

Wegen des Vorgehens der Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten verschob die Europäische Union die Öffnung eines neuen Kapitels in den Verhandlungen über einen EU-Beitritt der Türkei auf Herbst.

(REU)