Polizei in Frankreich nimmt zehn Terror-Verdächtige fest

Französische Ermittler decken Anschlagpläne auf : Polizei nimmt zehn ultrarechte Terrorverdächtige fest

In ganz Frankreich nahmen Anti-Terror-Polizisten am Wochenende zehn Verdächte fest. Offenpar planten sie Anschläge gegen Muslime. Der Geheimdienst hatte zuvor zwei Monate ermittelt.

Antiterrorermittler in Frankreich haben zehn Verdächtige mit Verbindungen zum rechtsradikalen Milieu festgenommen. Innenminister Gérard Collomb bestätigte dies am Sonntagabend in Paris. Collomb dankte dem Inlandsgeheimdienst DGSI, der in den Anti-Terrorkampf eingebunden ist.

Es wird angenommen, dass die Verdächtigen Anschläge auf Muslime planten. Wie aus Justizkreisen am Sonntag verlautete, erfolgten die Festnahmen landesweit, zwei davon auf der Mittelmeerinsel Korsika. Die geplanten Aktionen richteten sich demnach möglicherweise gegen Ziele, die mit dem radikalen Islam in Verbindung stehen.

Die Verdächtigen hatten offenbar geplant, sich weitere Waffen zu beschaffen; bei Durchsuchungen seien bereits Waffen beschlagnahmt worden, hieß es weiter. Unter den Festgenommenen ist demnach auch der mutmaßliche Anführer des Netzwerks. Ermittelt wird derzeit noch, wie weit die mutmaßlichen Anschlagspläne bereits ausgereift waren.

Die französischen Sender TF1 und LCI berichteten, die Verdächtigen hätten vor allem radikale Imame, islamistische Häftlinge, die aus dem Gefängnis kämen, und verschleierte Frauen im Visier gehabt.

Die Verdächtigen waren vom französischen Geheimdienst DGSI überwacht worden. Collomb sprach von einer Verbindung der Verdächtigen mit der „Ultrarechten“ - Details blieben jedoch offen. Die Antiterrorstaatsanwaltschaft habe in dem Fall schon vor über zwei Monaten Vorermittlungen begonnen.

Seit Anfang 2015 ist Frankreich von einer Reihe islamistischer Anschläge erschüttert worden, bei denen mehr als 240 Menschen getötet wurden. In Frankreich leben einem Bericht des US-Instituts Pew Research Center von Ende vergangenen Jahres zufolge schätzungsweise 5,7 Millionen Muslime.

(juju/AFP/dpa)
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