Polens Senatschef Bogdan Boruszewicz darf nicht zu Nemzow-Begräbnis

Boruszewicz brüskiert : Kein Visum: Polens Senatschef darf nicht zu Nemzow-Begräbnis

Polen fühlt sich von Russland brüskiert. Eine Delegation wollte zur Trauerfeier für den ermordeten russischen Oppositionellen Nemzow nach Moskau reisen. Doch die russischen Behörden spielten nicht mit.

Der polnische Senatspräsident und ehemalige Bürgerrechtler Bogdan Boruszewicz kann nicht wie geplant am Begräbnis des ermordeten russischen Oppositionellen Boris Nemzow teilnehmen. "Ich habe erfahren, dass die russischen Behörden mich nicht zu dem Begräbnis zulassen", sagte Boruszewicz am Montag vor Journalisten in Warschau.

Er sei "überrascht", dass ihm das Visum für die Einreise nach Russland verweigert worden sei, sagte Boruszewicz "Ich wollte den ermordeten Boris Nemzow ehren, und alle Russen, die so denken wie er." Der ehemalige Bürgerrechtler hatte im August 1980 den Streik auf der Danziger Leninwerft mit vorbereitet. Dieser sorgte weltweit für Aufsehen.

Der polnische Staatspräsident Bronislaw Komorowski sprach von einer "unverständlichen Entscheidung" der russischen Behörden. Boruszewicz habe den polnischen Staat bei der Beisetzung repräsentieren sollen, betonte er. Zudem sei er eine Ikone der polnischen Demokratie und des Kampfes um Freiheit .... daher erschien er als passendster Vertreter Polens bei der Beerdigung eines russischen Oppositionellen."

Die Verweigerung eines Visums müsse zu der Überzeugung führen, "dass die russischen Behörden einfach nicht wollen, dass die demokratische Welt an dieser Trauerfeier teilnimmt."

Eine Sprecherin des polnischen Parlaments sagte, nach der Einreiseverweigerung für Borusewicz werde es keinerlei offizielle Delegation der beiden Kammern des polnischen Parlaments an der Trauerfeier in Moskau teilnehmen.

Auch einem Russland-Experten des Instituts für Internationale Angelegenheiten wurde das Visum verweigert. Eine offizielle Begründung habe es nicht gegeben, sagte Marcin Zaborowski, der Teil der offiziellen Delegation sein sollte. "Das war völlig überraschend."

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(dpa)