Plant Baschar al-Assad neuen Chemiewaffen-Angriff in Syrien?

Weißes Haus : Plant Assad neuen Chemiewaffen-Angriff in Syrien?

Drohnenbilder zeigen die Zerstörung in Aleppo

Die USA warnen vor einem weiteren Angriff mit Chemiewaffen im Bürgerkriegsland Syrien. Dabei gehen sie nicht etwa von Attacken der Terrormiliz IS aus, gegen die sie in einer internationalen Koalition vorgehen - sondern von Plänen der Assad-Regierung.

Der syrische Präsident Baschar al-Assad könnte nach Einschätzung des Weißen Hauses einen erneuten Angriff mit Chemiewaffen planen. Das Weiße Haus habe "potenzielle" Belege dafür gefunden, gab Pressesprecher Sean Spicer in einer Mitteilung am Montagabend (Ortszeit) bekannt.

Die USA hätten etwaige Vorbereitungen auf einen entsprechenden Angriff ausgemacht, die zum Massenmord von Zivilisten, darunter unschuldige Kinder, führen könnten. Er warnte, Assad und dessen Militär würden einen "hohen Preis" zahlen, falls es zu einem Chemiewaffenangriff käme.

Spicer zufolge sind die Aktivitäten der syrischen Regierung denen ähnlich, die sie vor dem mutmaßlich von ihr verübten Angriff im April unternahm. Die Trump-Regierung hatte Assad für den Schlag auf das Dorf Chan Scheichun mit mehr als 80 Toten verantwortlich gemacht und als Reaktion einen syrischen Militärstützpunkt mit Marschflugkörpern angegriffen.

Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, twitterte am Montag (Ortszeit), dass Assad für jegliche weitere Angriffe auf das syrische Volk verantwortlich gemacht werden würde. Doch auch Russland und der Iran würden gegebenenfalls zu Schuldigen erklärt, da sie Assad dabei unterstützten, sein eigenes Volk zu töten.

Seit Beginn des Syrienkonflikts haben die UN die syrische Regierung für drei Chemiewaffenangriffe und die Terrormiliz Islamischer Staat für eine entsprechende Attacke verantwortlich gemacht. Assad hat die Verantwortung für den Angriff am 4. April in der Provinz Idlib zurückgewiesen.

Syriens Präsident Assad beim Besuch einer Moschee in Hama. Foto: rtr, CK/BSP

Die Opfer wiesen Zeichen von Erstickung und Krämpfen auf. Zudem sagten Experten, die Toten hätten Schaum vor dem Mund und verengte Pupillen gehabt. Nach dem Angriff in Chan Scheichun sagte Trump, die Tat habe "viele, viele Linien" überschritten.

(ap/csr)
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