„Tot oder lebendig“: Philippinen-Präsident Duterte lässt jetzt entlassene Häftlinge jagen

„Tot oder lebendig“ : Philippinen-Präsident Duterte lässt jetzt entlassene Häftlinge jagen

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte ist bekannt für seine martialischen Worte und Taten. Nun will er, dass entlassene Gefängnishäftlinge wieder eingefangen werden. Seinem Wunsch zufolge lieber tot als lebendig.

Die Forderung von Präsident Rodrigo Duterte, mehrere Hundert wegen guter Führung vorzeitig entlassene Strafgefangene "tot oder lebendig, besser aber tot" wieder einzufangen, hat auf den Philippinen für Empörung gesorgt. Justizminister Menardo Guevarra sagte am Mittwoch der Tageszeitung "PhilStar", die Anweisung Dutertes sei "nicht wörtlich zu nehmen".

Anfang September waren 1.700 Häftlinge, darunter Schwerverbrecher, wegen guter Führung vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Duterte kritisierte die Haftentlassungen als "illegal". Die offiziell entlassenen Häftlinge forderte der Präsident auf, sich freiwillig bis 19. September zu stellen und den Rest ihrer Haftstrafe abzubüßen. Wer sich nicht stelle, gelte als "flüchtig".

Duterte sagte in philippinischen Medien an die Adresse der Betroffenen: "Ich an eurer Stelle würde mich der nächsten Polizeiwache oder dem nächsten Militärstützpunkt ergeben. Ich werde eine Million Pesos (umgerechnet 17.350 Euro) Kopfgeld auf jeden von euch aussetzen, egal ob tot oder lebendig."

Edre Olalia, Präsident der Menschenrechtsorganisation "Volksanwälte der Philippinen", nannte die Anweisung Dutertes gegenüber dem "PhilStar" "gefährlich" und "gesetzeswidrig". Teodore Te, ein ehemaliger Sprecher des Obersten Gerichts der Philippinen, sieht in der Deklarierung der legal entlassenen Häftlinge einen Verstoß gegen die Verfassung, die die "rückwirkende Anwendung von Gesetzen" verbiete.

(mja/kna)
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