Nach Massaker in syrischen Hula: Paris und London wollen Druck erhöhen

Nach Massaker in syrischen Hula : Paris und London wollen Druck erhöhen

Der Syrien-Sondergesandte Kofi Annan hat sich "persönlich schockiert und entsetzt" über das Massaker in der Ortschaft Hula mit mehr als hundert Toten geäußert. Die Regierungen in Paris und London wollen den Druck auf das Regime Assad erhöhen.

Es handele sich um einen "Abscheu erregenden Akt mit weitreichenden Konsequenzen", sagte Annan am Montag in der syrischen Hauptstadt Damaskus vor einem Treffen mit Außenminister Walid Muallem. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte einstimmig und in scharfem Ton das Blutbad.

Die Verantwortlichen für das Massaker müssten zur Rechenschaft gezogen werden, forderte Annan. Der Sondergesandte von UNO und Arabischer Liga rief "jeden mit einer Waffe" auf, sich an den von ihm vorgelegten Friedensplan zu halten und der Gewalt ein Ende zu setzen.

Nach UN-Angaben wurden am Freitag in Hula 108 Menschen getötet, darunter 49 Kinder. Etwa 300 weitere Menschen seien verletzt worden. Nach Angaben des Leiters der UN-Beobachtermission in Syrien, General Robert Mood, wurden die meisten Opfer durch Granatsplitter oder Schüsse aus nächster Nähe getötet. Es gebe Spuren von Panzer- und Mörserfeuer.

Der UN-Sicherheitsrat machte die syrische Regierung mitverantwortlich für das Massaker. In einer Erklärung vom Sonntagabend verurteilte er "die durch Beobachter der Vereinten Nationen bestätigten Tötungen Dutzender Männer, Frauen und Kinder und die Verletzungen hunderter weiterer (Menschen) in der Ortschaft Hula bei Homs durch Angriffe, die mit anhaltendem Artillerie- und Panzerbeschuss durch Regierungseinheiten auf eine Wohngegend einhergingen".

Die UN-Erklärung wurde nach anfänglichem Widerstand Russlands einstimmig verabschiedet. Moskau hatte Zweifel an der Verantwortung der syrischen Führung geäußert und machte sowohl Damaskus als auch die Opposition für das Massaker verantwortlich.

Außenminister Sergej Lawrow sagte nach einem Treffen mit seinem britischen Kollegen William Hague in Moskau, die internationale Gemeinschaft sollte den Annan-Plan umsetzen und keinen "Regimewechsel" in Syrien betreiben. Hague warnte vor mehr Chaos und einem Bürgerkrieg, wenn der Annan-Plan nicht umgesetzt werde.

Frankreichs Präsident François Hollande und der britische Premierminister David Cameron kündigten bei einem Treffen in Paris an, gemeinsam darauf hinwirken zu wollen, "dass der Druck der internationalen Gemeinschaft auf (Syriens Präsident) Baschar al-Assad wächst".

Bei neuer Gewalt in Syrien wurden nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag 36 Menschen getötet, darunter 34 bei einer Offensive von Regierungstruppen in der Stadt Hama. Die meisten der Opfer waren demnach Soldaten. Am Sonntag seien 87 Menschen landesweit getötet worden, darunter 34 in Hama. Der Syrische Nationalrat forderte die internationale Gemeinschaft erneut auf, die Opposition zu bewaffnen.

Hier geht es zur Infostrecke: Fragen und Antworten zum Waffenstillstand in Syrien

(AFP)