Paris: Hitler-Vergleich nach Barack Obamas Fernbleiben bei Trauermarsch

Kritik an Obama nach Fernbleiben von Trauermarsch in Paris : "Sogar Adolf Hitler war es wichtiger, nach Paris zu kommen"

Ein republikanischer Kongressabgeordneter hat mit einem Vergleich zwischen US-Präsident Barack Obama und Adolf Hitler für Empörung gesorgt und sich am Dienstag für seinen Faux-Pas entschuldigt. Der Texaner Randy Weber spielte auf Hitlers Überfall auf Frankreich an.

Sogar für Hitler sei es wichtiger gewesen als für Obama, nach Paris zu kommen, schrieb der Abgeordnete Randy Weber auf dem Onlinedienst Twitter. Weber spielte auf die Abwesenheit des US-Präsidenten beim Gedenkmarsch nach den islamistischen Anschlägen in der französischen Hauptstadt an.

GOP Rep Randy Weber: "Even Adolph Hitler thought it more important than Obama to get to Paris" http://t.co/8lbMey2iSf pic.twitter.com/fZidjxAhpM

Hitler habe es "aus den falschen Gründen" nach Paris gezogen, erklärte der Abgeordnete aus dem Bundesstaat Texas mit Blick auf die Besatzung durch Nazi-Deutschland während des Zweiten Weltkrieges. "Obama konnte es nicht aus den richtigen Gründen machen." 17 Stunden nach dem Tweet bat der Republikaner um Verzeihung: "Es war weder meine Absicht, den Holocaust zu trivialisieren, noch den Präsidenten mit Adolf Hitler zu vergleichen."

I need to first apologize to all those offended by my tweet... http://t.co/ZQ612AtonU

Obama war in die Kritik geraten, weil die USA bei dem Gedenkmarsch am Sonntag als einziges großes westliches Land nur auf Botschafterebene vertreten waren. Bei den Anschlägen und Geiselnahmen im Großraum Paris waren in der vergangenen Woche 17 Menschen ums Leben gekommen. Zu den Zielen gehörte das Satiremagazin "Charlie Hebdo", das mit der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen den Zorn extremistischer Muslime auf sich gezogen hatte, und ein jüdischer Supermarkt.

Das Weiße Haus räumte am Montag ein, dass der Besuch eines hochrangigeren US-Vertreters beim Gedenkmarsch angebracht gewesen wäre. Die Teilnahme Obamas sei wegen der großen Sicherheitsvorkehrungen für eine Präsidentenreise so kurzfristig allerdings nicht möglich gewesen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Trauermarsch in Paris: Hollande begrüßt Staatschefs aus aller Welt

(AFP)
Mehr von RP ONLINE