Paris: Emmanuel Macron richtet Appell an Mark Zuckerberg

„Tech-for-Good“-Treffen in Paris : Macron richtet Appell an Zuckerberg und Konzernchefs

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und Chefs internationaler Hightech-Unternehmen Engagement für das Allgemeinwohl eingefordert.

Das betreffe den Klimaschutz, die soziale Lage oder Ungleichheiten, sagte Macron am Mittwoch beim sogenannten Tech-for-Good-Treffen im Pariser Élyséepalast. Technologiegiganten könnten nicht nur Trittbrettfahrer sein, ohne das Gemeinwohl zu berücksichtigen, sagte der Präsident. Er rief sie auf, bei „sozialen Lagen, Ungleichheit, Klimawandel“ zu Verbesserungen beizutragen.

Frankreich gehört zu den EU-Mitgliedstaaten, die sehr deutlich auf härtere Steuerregeln für Digitalkonzerne wie Facebook oder Google pochen. Große Konzerne der Branche zahlen laut EU-Kommission deutlich weniger Steuern als herkömmliche Industrie- oder Dienstleistungsbetriebe.

„Wie Sie wissen, gibt es in dieser Welt kein Gratis-Mittagessen“

Macron forderte auf Englisch von den rund 60 Unternehmenschefs, „direkt und offen zu sein“. In einem Video, das über Twitter verbreitet wurde, sagte er scherzhaft: „Danke, dass Sie hier sind, aber wie Sie wissen, gibt es in dieser Welt kein Gratis-Mittagessen.“ Auf Bildern waren unter anderen Microsoft-Chef Satya Nadella, IBM-Chefin Virginia Rometty oder Airbus-Chef Tom Enders zu sehen.

Der Fahrdienstvermittler Uber hatte bereits mitgeteilt, selbstständigen Fahrern in Deutschland und weiten Teilen Europas Versicherungen gegen Krankheit und Unfälle zu finanzieren. IBM kündigte laut Nachrichtenagentur AFP an, 1400 Menschen in Frankreich einzustellen.

Im EU-Parlament war Zuckerberg am Dienstag zur Facebook-Datenaffäre befragt worden. Quer durch die Fraktionen kritisierten Abgeordnete danach, dass er viele Fragen zu den jüngsten Datenlecks unbeantwortet gelassen habe. Nach Angaben des Konzerns sind Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern bei der britischen Firma Cambridge Analytica gelandet. Sie sollen unter anderem unerlaubt für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump genutzt worden sein.

(togr/dpa/AFP)
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