Paris-Anschläge: Türkei nimmt acht IS-Verdächtige aus Marokko fest

Auf dem Weg nach Deutschland: Türkei nimmt acht IS-Verdächtige am Flughafen fest

Die türkische Polizei hat nach Angaben der regierungsnahen Nachrichtenagentur Anadolu am Flughafen von Istanbul acht mutmaßliche Mitglieder des Islamischen Staats (IS) festgenommen, die offenbar als syrische Flüchtlinge getarnt illegal nach Deutschland weiterreisen wollten.

Die acht aus Marokko stammenden Männer waren mit einem Flug aus Casablanca nach Istanbul gekommen. Nach Angaben aus türkischen Sicherheitskreisen gaben sie an, sie seien Touristen und hätten Hotelzimmer gebucht. Als eine Überprüfung ergab, dass die Angaben falsch waren, wurden die acht Verdächtigen am Dienstag an eine Anti-Terroreinheit der Polizei übergeben.

Die Beamten fanden bei ihnen handschriftliche Notizen, aus denen hervorging, das die Marokkaner versuchen wollten, per Bus oder Zug über Griechenland, Serbien und Ungarn nach Deutschland weiterzureisen. Marokkanische Staatsbürger können ohne Visum in die Türkei reisen.

Den türkischen Behörden ist Marokko in diesem Zusammenhang längst als Risiko-Land aufgefallen. Bereits am 6. November hatte die Polizei am Flughafen von Istanbul 40 Marokkaner festgenommen, die verdächtigt wurden, nach Syrien weiterreisen zu wollen, um sich dem IS anzuschließen. Die Nordafrikaner wurden umgehend in ihre Heimat zurückgeschickt.

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Bein einer Befragung durch den marokkanischen Geheimdienst sollen die in zwei Gruppen von jeweils 20 Personen in die Türkei eingereisten Männer später angegeben haben, sie hätten versucht, als Flüchtlinge Nordeuropa zu erreichen, um dort Asyl zu beantragen.

Die Personenkontrollen in der Türkei, die lange nur äußerst lasch durchgeführt wurden, sind erheblich schärfer geworden, seit ein Selbstmordattentat in Ankara am 10. Oktober dieses Jahres 102 Todesopfer gefordert hat. Die türkische Regierung beschuldigte IS-Drahtzieher, das Attentat angeordnet zu haben.

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(bee)