Friedensprozess in Afghanistan soll neue Impulse bekommen: Pakistan lässt ranghohe Taliban frei

Friedensprozess in Afghanistan soll neue Impulse bekommen : Pakistan lässt ranghohe Taliban frei

Die pakistanischen Behörden haben acht ranghohe Taliban aus Afghanistan auf freien Fuß gesetzt, um dem Friedensprozess am Hindukusch neue Impulse zu verleihen.

Unter den am Montag Freigelassenen sei auch der frühere Justizminister der Taliban, Mullah Nureddin Turabi, hieß es am Dienstag. Die Taliban waren zwischen 1996 und 2001 in Afghanistan an der Macht und stehen derzeit an der Spitze eines Aufstands gegen die Regierung von Präsident Hamid Karsai.

Die afghanische Seite begrüßte die Freilassungen im Nachbarland. Ismail Kasimschar vom Hohen Friedenrat sprach von einem "Schritt in die richtige Richtung". Fachleute äußerten sich unterdessen skeptisch. Die Freigelassenen verfügten bei den Taliban über keinen wirklich maßgeblichen Einfluss, hieß es.

Der 2010 in der pakistanischen Metropole Karachi festgenommene Talibanführer Abdul Ghani Baradar sei immer noch inhaftiert. Die afghanische Regierung hatte Baradars Festnahme als Rückschlag für die Friedensgespräche mit den Taliban kritisiert und seine Freilassung gefordert.

Kabul bemüht sich seit Jahren um ein Friedensabkommen mit den Taliban. Diese lehnen direkte Friedengespräche aber offiziell ab und haben wiederholt Mitglieder des Hohen Friedensrats attackiert.
Die Regierung in Kabul bezeichnen sie als Marionette der USA.

(AFP/das)
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