Pakistan: Imran Khan ist neuer Premierminister

Pakistan: Ex-Cricketspieler Khan zum Ministerpräsidenten gewählt

Das Parlament in Pakistan hat den Ex-Kricket-Star Imran Khan zum Regierungschef gewählt. Auf ihn warten schwierige Aufgaben: Sein Land braucht neue Kredite, um einen Staatsbankrott abzuwenden.

Der politische Außenseiter Imran Khan ist neuer Regierungschef von Pakistan: Der 65-jährige Khan wurde am Freitag vom Parlament in Islamabad zum Ministerpräsidenten gewählt, wie pakistanische Medien berichteten. Der Ex- Cricketspieler hatte mit seiner populistischen Anti-Korruptions-Partei Pakistan Tehreek-e-Insaf (PTI) die Abstimmung über eine neue Volksversammlung im Juli gewonnen.

Der 1952 in der östlichen Stadt Lahore geborene Khan stammt aus sehr begüterten Verhältnissen. Er studierte in Oxford und lebte in London ein unbeschwertes High Society-Leben, wo er den Ruf eines Playboys und Frauenschwarms hatte. Als Kapitän der pakistanischen Cricket-Nationalmannschaft führte er das islamische Land 1992 zum Weltmeister-Sieg. 1997 gründete Khan die PTI-Partei. Lange Jahre war er damit nur ein Hinterbänkler. Ende 2011 begann Khans kometenhafter Aufstieg. Der einst belächelte Außenseiter ist für fünf Jahre zum neuen Regierungschef des Atomwaffenstaates gewählt worden.

  • Imran Khan bei einer Fernsehansprache.
    Parlamentswahl in Pakistan : Ex-Kricketstar Khan gewinnt - muss aber Koalition bilden

Auf die neue Regierung in Islamabad warten schwierige Aufgaben: Das hoch verschuldete Land braucht dringend neue Kredite, um einen Staatsbankrott abzuwenden. Es stehen also Verhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds (IMF) über ein schmerzvolles Restrukturierungsprogramm an. Gleichzeitig haben die USA die finanzielle Unterstützung für die islamische Republik stark zurückgefahren und das Land so politisch stärker in Richtung China driften lassen, das zahlreiche wichtige Infrastrukturprojekte finanziert.

Ein weiteres Problem bleibt Pakistans Sicherheitslage: In der südasiatische Nation mit über 200 Millionen Einwohnern sind mehrere islamische Terrororganisationen aktiv, etwa der „Islamischen Staat“, die pakistanischen Taliban, Lashkar-e-Toiba und das mit Al-Kaida verbundene Haqqani-Netzwerk. Am Freitag musste Pakistans Außenministerium Anschuldigungen zurückweisen, Taliban-Kämpfer aus Pakistan seien an der fünftägigen Belagerung der afghanischen Stadt Ghasni mit über 300 Toten beteiligt gewesen.

(wer/epd)