Neu Delhi hatte fünf Millionen Dollar angeboten: Pakistan akzeptiert Hilfe vom "Feind" Indien

Neu Delhi hatte fünf Millionen Dollar angeboten : Pakistan akzeptiert Hilfe vom "Feind" Indien

Neu Delhi (RPO). Pakistan hat zugesagt, die vergangene Woche vom Nachbarland Indien angebotene Nothilfe für die Überschwemmungsopfer anzunehmen. Das indische Angebot sei eine "sehr willkommene Initiative", sagte Pakistans Außenminister Shah Mehmood Qureshi am Freitag in einem Interview mit dem indischen Fernsehsender NDTV.

Indien hatte dem Nachbarland das Angebot über Hilfe im Umfang von fünf Millionen Dollar (fast vier Millionen Euro) bereits am Freitag vergangener Woche unterbreitet. Am Donnerstag forderte Indiens Premierminister Manmohan Singh seinen pakistanischen Kollegen Yousuf Raza Gilani in einem Telefonat auf, die Hilfe zu akzeptieren.

Zuvor hatten bereits die USA Pakistan dazu gedrängt, politische Rivalitäten außer Acht zu lassen und das Angebot anzunehmen. Die beiden Atommächte Indien und Pakistan haben seit mehr als 60 Jahren angespannte Beziehungen.

Pakistan hofft auf günstige Kredite

Pakistan bemüht sich einem Zeitungsbericht zufolge um günstigere Bedingungen für einen milliardenschweren Kredit des Internationalen Währungsfonds (IWF). Wie die "Financial Times" am Freitag unter Berufung auf Regierungskreise in Islamabad berichtete, sieht sich Pakistan nicht in der Lage, die 2008 vereinbarten Konditionen für den Kredit in Höhe von zehn Milliarden Dollar (7,8 Milliarden Euro) zu erfüllen.

Der pakistanische Finanzminister Abdul Hafeez Shaikh werde kommende Woche nach Washington reisen, um eine Restrukturierung des Darlehens oder neue Finanzierungsmöglichkeiten zu erreichen. Die Erfüllung der IWF-Kriterien sei unter den gegebenen Umständen "unmöglich", zitierte die "Financial Times" einen ranghohen Mitarbeiter des pakistanischen Finanzministeriums.

Wegen der hohen Verluste durch die Überschwemmungen könnten die geforderten Zielmarken bei der Haushaltskonsolidierung, der Inflationsbekämpfung und dem Wirtschaftswachstum "auf keinen Fall" erreicht werden. Der pakistanische Außenminister Shah Mehmood Qureshi bezifferte den entstandenen Schaden in Pakistan bei einer Sondersitzung der UN-Vollversammlung am Donnerstag auf 43 Milliarden Dollar.

Der IWF hatte 2008 ein Rettungspaket für Pakistan geschnürt, das mit einer blutigen Anschlagswelle radikaler Islamisten, Rekordinflation und einem hohen Haushaltsdefizit zu kämpfen hat. Bislang seien 7,3 der zehn Milliarden Dollar an Islamabad geflossen, berichtete die "Financial Times".

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(AFP/nbe)