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Paketbomben-Anschläge in Athen: Päckchen an deutsche Botschaft abgefangen

Paketbomben-Anschläge in Athen : Päckchen an deutsche Botschaft abgefangen

Athen (RPO). Die griechische Hauptstadt Athen ist am zweiten Tag in Folge von einer Paketbomben-Serie gegen ausländische Botschaften erschüttert worden. Eines der am Dienstag entdeckten Pakete war an die deutsche Vertretung gerichtet, wie die Polizei in der griechischen Hauptstadt mitteilte. Insgesamt wurden im Lauf des Tages fünf Sprengsätze gefunden, durch die jedoch niemand zu Schaden kam.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte, bei der Botschaft in Athen sei ein verdächtiges, als Büchersendung deklariertes Paket eingegangen. Bei der Überprüfung habe ein Metalldetektor angeschlagen; dann sei das an den Botschafter adressierte Paket an den Kurierdienst zurückgegeben worden. Dort wurde das Paket entschärft.

Hinweise auf die Urheber der Paketbomben-Serie lagen zunächst nicht vor. "Wir gehen in keiner Weise davon aus, dass sich diese Aktion speziell gegen Deutschland gerichtet hat", sagte der Sprecher.

Auch verdächtige Pakete am Flughafen

Die griechische Polizei hat zudem am Dienstag zwei verdächtige Pakete am Flughafen von Athen entdeckt. Die Pakete seien im Fracht-Terminal des Flughafens Eleftherios Venizelos gefunden worden, teilte die Polizei am Abend mit. Die Polizei überprüfe derzeit, ob die Pakete Sprengstoff enthielten.

Mitarbeiter der Schweizer Botschaft entdeckten vor dem Eingang der Vertretung ein verdächtiges Paket, wie das Außenministerium in Bern mitteilte. Dem Päckchen seien Metallspuren anzusehen gewesen, weshalb es von den Sicherheitskräften der Botschaft untersucht worden sei. Beim Abnehmen der äußeren Verpackung ging das Paket demnach in Flammen auf. Es habe jedoch keine Explosion gegeben. Die griechische Polizei teilte zuvor mit, das Paket sei explodiert, nachdem es Mitarbeiter der Botschaft es in den Hof geschleudert hätten.

Die übrigen drei Paketbomben wurden von Sprengstoffexperten der griechischen Polizei entschärft. Sie waren nach Polizeiangaben an die Botschaften Bulgariens, Chiles und Russlands gerichtet. Das an die chilenische Vertretung gerichtete Paket wurde vor dem griechischen Parlament durch eine kontrollierte Explosion unschädlich gemacht. Der Kurier hatte das Paket als verdächtig eingestuft und die am Parlament postierte Polizei informiert.

Auch am Montag waren in Athen mehrere Paketbomben gefunden worden. Eine an Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy adressierte Sendung wurde bei zwei Verdächtigen beschlagnahmt, die der linksanarchistischen Szene in Griechenland zugerechnet werden. Weitere Pakete waren an die Botschaften Mexikos, Belgiens und der Niederlande gerichtet. Bei der Explosion eines der Pakete in einer Filiale eines Kurierdienstes wurde eine Angestellte leicht an der Hand verletzt. Am kommenden Wochenende finden in Griechenland Kommunalwahlen statt.

(AFP/RTR/felt)