Ostukraine: OSZE-Beobachter beklagen zunehmende Gewalt in Ostukraine

Vor Maas-Besuch : OSZE-Beobachter beklagen zunehmende Gewalt in Ostukraine

An diesem Freitag will sich Außenminister Heiko Maas ein Bild von der Lage in der Ostukraine machen. Zuvor beklagten OSZE-Beobachter eine zunehmende Gewalt vor Ort.

Die OSZE-Beobachter in der Ostukraine beklagen zunehmende Gewalt zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten. „Mitte Mai haben wir die größte Anzahl von Waffenstillstandsverletzungen in diesem Jahr gesehen“, sagte der Vizechef der Beobachtermission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, Alexander Hug. „Es besteht die Gefahr, dass man sich in eine endlose Gewaltspirale hineinsteigert.“

Im Mai registrierte die OSZE mehr als 27.000 Waffenstillstandsverletzungen im Vergleich zu nur 18.000 im April. Erst seit dem vergangenen Wochenende hätten die gegenseitigen Angriffe etwas nachgelassen, sagte Hug. Aber die Lage bleibe unberechenbar. „Aufgrund der schweren Waffen, die nach wie vor in Einsatzdistanz an der Kontaktlinie stehen, und der sehr starken Nähe der Truppen beider Seiten ist ein Wiederaufflammen jederzeit möglich.“

Am Freitag will Bundesaußenminister Heiko Maas sich an der Frontlinie ein Bild von der Lage machen. Zusammen mit seinem ukrainischen Amtskollegen Pawlo Klimkin besucht er das von den ehemals 1400 Einwohnern verlassene Dorf Schyrokyne, von dem aus man die Frontlinie sehen kann.

Der 2014 und 2015 heftig umkämpfte Ort wird heute von ukrainischen Truppen kontrolliert. Maas ist nach Frank-Walter Steinmeier 2016 der zweite deutsche Außenminister, der sich ein eigenes Bild von der Front in dem umkämpften Gebiet macht.

(das/dpa)