Ostukraine: Kiew bekräftigt Anspruch auf Donezk und Lugansk

Umkämpfte Städte in der Ostukraine : Kiew bekräftigt Anspruch auf Donezk und Lugansk

Die prowestliche Führung in Kiew hat vor dem Beginn einer Waffenruhe in der Ostukraine ihren Anspruch auf die Gebiete der prorussischen Separatisten bekräftigt.

"Unser Ziel ist, die Kontrolle über Donezk und Lugansk zurückzuerlangen", sagte Regierungschef Arseni Jazenjuk am Freitag. Entscheidend für einen Erfolg der Vereinbarungen des Ukraine-Gipfels sei die Schließung der Grenze zu Russland, sagte er in einem Interview des US-Senders CNN, das die Regierung auf ihrer Webseite veröffentlichte.

Jazenjuk sagte, er rechne damit, dass Russland Einfluss auf die Aufständischen ausüben werde, um die Umsetzung der Gipfel-Beschlüsse zu verzögern. Die Konfliktparteien hatten sich in der weißrussischen Hauptstadt Minsk am Donnerstag unter anderem auf eine Feuerpause und den Abzug schwerer Waffen geeinigt.

Präsident Petro Poroschenko warnte, es gebe keine Garantie, dass sich alle Seiten streng an die Minsker Vereinbarungen halten. Dennoch sagte er auf einem Truppenübungsplatz bei Kiew, es gebe Hoffnung für eine Deeskalation der Lage im Konfliktgebiet. Bis zum Beginn der geplanten Waffenruhe an diesem Wochenende werde das Militär seine Stellungen im Kriegsgebiet halten, sagte Armeesprecher Andrej Lyssenko.

Moskau will Sawtschenko nicht freilassen

Derweil sehen russische Ermittler nach eigenen Angaben keinen Grund für die Freilassung einer in Moskau inhaftierten Offizierin der ukrainischen Luftwaffe. Das russische Ermittlungskomitee teilte am Freitag mit, nur ein Gericht könne die Haftentlassung von Nadeschda Sawtschenko beschließen. Nach den am Donnerstag abgeschlossenen Marathonverhandlungen über ein Friedensabkommen für die Ukraine in Minsk hatte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko angekündigt, Sawtschenko werde bald freikommen.

Die Luftwaffenoffizierin befindet sich seit mehr als zwei Monaten in einem Moskauer Gefängnis im Hungerstreik. Sie war im Juni im Zuge des Konflikts um die Ostukraine von prorussischen Rebellen gefangen genommen worden. Ihr wird in Russland eine Verwicklung in den Tod zweier russischer Journalisten vorgeworfen. Sollte sie freikommen, würde Kiew sich das als großen Erfolg anrechnen lassen.

Von russischer Seite heißt es, die Ukrainerin habe vor ihrer Festnahme freiwillig die Grenze nach Russland überquert. Sawtschenko bestreitet dies. Das in Minsk vereinbarte Abkommen für die Beilegung des Konflikts in der Ostukraine sieht einen Austausch aller illegal festgehaltener Häftlinge und Geiseln vor.

(dpa)
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