Streit nach Präsidentenwahl in Togo: Opposition wirft Regierung Wahlbetrug vor

Streit nach Präsidentenwahl in Togo: Opposition wirft Regierung Wahlbetrug vor

Lomé (RPO). Nach der Präsidentenwahl im westafrikanischen Togo reklamieren sowohl die Regierung als auch die Opposition den Sieg für sich. Laut offiziellen Ergebnissen vom Samstag lag nach Auszählung von mehr als der Hälfte der 35 Stimmbezirke Amtsinhaber Faure Gnassingbé mit einem Anteil von 52 Prozent vor seinem Herausforderer Jean-Pierre Fabre mit 43 Prozent.

Der Oppositionskandidat hatte sich bereits am Freitag zum Wahlsieger erklärt und der Regierung vorgeworfen, sie wolle das Abstimmungsergebnis manipulieren. Seine Partei Union der Kräfte für einen Wechsel liege in eigenen ersten Auszählungen klar in Führung, sagte Fabre. "Wir folgern daraus, dass wir die Präsidentenwahl vom 4. März 2010 gewonnen haben." Zahlreiche Anhänger der Opposition versammelten sich in Lomé und drohten mit massiven Protesten. Die Menge rief: "Wechsel oder Tod!"

Die Wahlkommission räumte am Freitagabend ein, dass die Technik zur Übermittlung der Wahlergebnisse nicht korrekt funktioniere. Deshalb sollen nun die Leiter aller 35 Wahlbezirke in die Hauptstadt kommen.

Am Donnerstag waren 3,2 Millionen registrierte Wähler aufgerufen, einen neuen Präsidenten zu wählen. Seit seiner Unabhängigkeit von Frankreich 1960 hat es in Togo noch keine Wahl gegeben, die unumstritten als frei und fair galt.

Amtsinhaber Faure Gnassingbé hofft auf seine Wiederwahl. Der Sohn des ein halbes Jahrhundert das Land regierenden Diktators Eyadama Gnassingbé ergriff wenige Stunden nach dessen Tod im Februar 2005 mit einem Militärputsch die Macht. Er trat nach dem Putsch zurück und gewann eine Präsidentenwahl, bei der es massiven Betrug gegeben haben soll.

(apd/das)