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"The Day After" wird heute vorgestellt: Opposition macht Pläne für Zeit nach Assad

"The Day After" wird heute vorgestellt : Opposition macht Pläne für Zeit nach Assad

Sechs Monate lang haben sich Vertreter syrischer Oppositionsgruppen unter strengster Geheimhaltung in Berlin getroffen. Unter dem Dach der "Stiftung Wissenschaft und Politik" haben sie Pläne für die Zeit nach Assad ausgearbeitet.

Am Dienstag wollen sie den Bericht mit dem Titel "The Day After" vorstellen.

Der Archäologe und Sozialwissenschaftler Amr Al-Azm, bis 2006 Berater der Assad-Regierung, leitete die Oppositionstreffen in Berlin. Er sagte dem RBB-Inforadio am Dienstag, der Bericht schreibe nicht vor, wie eine Übergangsregierung auszusehen habe oder wie sie regieren solle.

"Wir zeigen die verschiedenen Optionen auf. Wir erklären zum Beispiel die Vor- und Nachteile der Verhältniswahl und der Mehrheitswahl. Es geht aber auch um praktische Fragen: Wie bauen wir die Infrastruktur wieder auf? Wie stellen wir die Strom- und die medizinische Versorgung wieder her? Welche internationalen Hilfen fordern wir an? Wie viele Schiffe mit Getreide können wir im Hafen von Tartus einfahren lassen?"

Ein zentrales Thema des Berichtes sei mit dem Begriff "Transitional Justice" umschrieben. Dabei gehe es darum, nach dem Sturz Assads ein funktionierendes Rechtssystem einzuführen. "Die Selbstjustiz und das Morden auf den Straßen muss aufhören", meint Al-Azm. Wichtig sei es, nach einem Sturz Assads schnell alle Gruppen an einen Tisch zu bringen, um ihnen klar zu machen, dass es Recht und Ordnung gebe und man ein Syrien für alle wolle.

Al-Azm sieht in Syrien im Moment eine Patt-Situation, zwischen den Aufständischen und dem Assad-Regime und kritisiert das passive Verhalten der Nato: "Wir brauchen Hilfe, damit der Krieg endlich beendet wird. Es kann nicht sein, dass US-Präsident Barack Obama sagt: Wenn Assad chemische Waffen einsetzt, dann greifen wir ein. Das heißt doch im Umkehrschluss: Solange die Menschen nur mit Bomben oder Gewehren getötet werden, ist alles in Ordnung."

Hier geht es zur Infostrecke: Die wichtigsten Gruppierungen der syrischen Opposition

(APD)